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Beifahrer Patrik in Instanbul

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Patrik schreibt:

Und nun wurde es doch noch hektisch….

Nachdem die zurückliegenden 2 Tage zwar kurze Nächte hatten aber ansonsten unauffällig waren, alle Dinge die man so machen muß um sich 2 Jahre „abzumelden“ gingen wirklich gut von der Hand und teilweise waren wie im Falle meiner „Steuerflucht“, als ich der netten Kollegin vom Finanzamt beichtete, daß sie jetzt 2 Jahre auf die nächste Erklärung warten müsse und sie nur kurz zwinkerte und mir nette Grüße an Heidi mit auf den Weg gab und als Wiedervorlagedatum „Juli 2016“  im Rechner vermerkte ….

So hatte ich noch den halben Donnerstag um meinen Kram zu packen und Peter –den ich ganz herzlich Grüße- meine Wohnung zu übergeben. Zusätzlich fuhr  er mich noch mit Sack und Pack zum Flughafen Tegel.

Aber irgendwie verflog der Vormittag mit „letzten“ Besorgungen und die Taschen standen um 12:00 immer noch umgepackt im Zimmer…. Na gut, im Kopf hatte ich ja schon alles aussortiert was ich auch unterwegs lokal erwerben könnte, hat immer den Vorteil, daß man sich Ländern und Kleiderordnungen besser anpassen kann und wer weiß vielleicht sehe ich im Kaftan ja sogar gut aus ;O)

Also drei Hosen, ein paar Shorts und 3 Hemden und ein paar Shirts neben dem üblichen Kram in die Tasche geworfen, kein Problem… aber welche Schuhe?? Na ja 3 Paar kamen in die engere Auswahl und man wird sehen wann ich warme Filzstiefel in der nördlichen Mongolei erwerben muß. Ok die Tasche ist jetzt schon ziemlich voll…. Ach ja da stehen ja noch einige Tüten mit Technikkram die ich schon vor 10 Tagen besorgt hatte… hmm jetzt ist die große Tasche ganz voll, bleibt noch das Handgepäck….

Da es immer später wurde flogen die Sachen nur noch im hohen Bogen in den Trolley, zum Sortieren hab ich ja noch ein paar Wochen Zeit….

Ok da muß noch was reingehen! Wie immer kommt noch dies und DAS und DAS ist bei 2 Jahren Abwesenheit dann doch etwas mehr worauf man nicht verzichten möchte. Allein die Ladegeräte für all die kleinen Helferlein fassen schon eine Schuhkiste. Aber wir sind ja durch die jahrelange Tingelei über die Regattabahnen dieser Welt geübt darin aus und im Koffer zu Leben und letztlich war alles drin.  Da klingelte auch schon Peter um mich abzuholen…verdammt schon so spät?

Er hat dann eine halbe Stunde geduldig auf mich gewartet damit ich die Wohnung wenigstens halbwegs wieder von der während der Packaktion entstandenen Entropie bereinigt habe DANKE nochmal für deine Geduld!

Auf dem Weg zum Flughafen mussten wir noch an unserem „Organisationsbüro“ in Torsten Volklandt’s Laden vorbei wo auch schon unsere Sami auf mich wartete, die es noch geschafft hat meinen (Bei-)Fahreroverall in Nachtarbeit zu nähen (Bilder folgen)

Und dann war da noch diese gewisse Tasche mit Werkzeug, Ersatzteilen und vielen Sachen, die uns sicherer um die Welt bringen sollen und die einem erst fehlen, wenn man (Frau) schon los gefahren ist.

Hmm ganz schön schwer das „Täschchen“ aber ich hatte ja extra geschaut und Turkish Airlines  befördert SPORTGEPÄCK zum Stückpreis und im weitesten Sinne ist es ja eine Rallye und es heißt ja nicht umsonst „Rallye-Sport“ oder??

In Tegel angekommen lagen wir wieder gut in der Zeit und wollten entspannt einchecken. Mein Versuch Vormittags das „Sportgepäck“ vorsichtshalber bei der Fluglinie anzumelden schlug leider fehl, da das Telefon am Counter in Tegel sich zwar totklingelte aber niemand rann ging…..

Und dann kam es dicke: Sportgepäck??nee Übergepäck dürfen sie zahlen! AllesBitten,Flehen und Hinweisen auf Heidis Tour und hoffen auf Kulanz warvergebens.

Man verlangte für die EINE Tasche einen Zuschlag, der 1,5*dem Ticketpreis entsprach! (Und da fliegen 99kg „Muskelmasse“ ;O)  und rund 30 Kg Gepäck nebst Abendessen und Getränkeservice an Bord! )

Ich frage mich was die Leute berappen, die aus Istanbul kommend immer die riesigen Taschen und Kisten an der Gepäckausgabe entgegennehmen und halbe Umzüge mit dem Flugzeug veranstalten oder ist das dann etwas Anderes???

Der weniger freundliche Herr der für die ungeplanten Ausgaben durch sein mangelndes Feingefühl verantwortlich war, saß übrigens genau neben dem Telefon auf dem ich angerufen hatte um die Sache vorher zu klären und sagt nur salopp als es gerade klingelte: „Da gehe ich nie ran wenn ich hier bin“ ….noch Fragen ???

Na ja kur mal die Kreditkarte geplündert (hab ich extra heute Morgen unlimited für die ganze Welt von Mastercard freischalten lassen /:o(( )und von den Lieben verabschiedet die extra zum Flughafen gekommen sind.

Jetzt sitze ich hier im Flieger und unterhalte mich sehr nett mit meinem polnischen NachbarnTomaszder unterwegs ist um einem Frachtschiff zu helfen, dasmit Elektrik-Problemen in der Nähe von Istanbul schwimmt, sozusagen alsfliegende 1 Mann Reparatureinheit….

Hudo‘s „Bordelektronik“ ist ja übersichtlich, da werde ich wohl mit meinem „Schwachstromdiplom“ auskommen…und in diesem Moment fällt mir ein, daß das Meßgerät und der Lötkolben noch zuhause im Schrank liegen…. Na ja so etwas läßt sich sicher auch unterwegs besorgen (hatte ich erwähnt, daß man immer erst nach der Abfahrt weiß was NOCH mit sollte?).

Auf alle Fälle scheine ich noch eine Gnadenfrist von einer Nacht in Istanbul von Heidi zu bekommen, denn kurz vor dem Take Off kam eine Kurznachricht rein nach der es erst mal ins Hotel geht und nicht gleich nach Asien gen Osten.

Ok das ist also der erste Reisebericht und ich bin WIRKLICH unterwegs auf unserer Reise ins unbekannte Land! WoW

Patrik out

 

1. Beitrag von Patrik

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Als Anwort auf ein Kommentar geschrieben, interessant und hochaktuell, deshalb hier als Post: (-der Webmaster Marla, Tochter von Heidi)

Ich antworte mal selbst, mein Einstieg war seit der Ankündigung am 1.8.2014 immer für den 14.8. in Istanbul geplant, das war eine der Vorbedingungen, da ich selbst noch bis Sonntag zur Segel WM im Kiel war. Diese Projekt war 5 Monate geplant und mit meinen 3 Mitseglern organisiert worden, die ich nicht im Stich lassen wollte und konnte. Heidi hatte das eingesehen und mir “Sonderurlaub” gestattet und war alleine losgefahren, damit die Reise nicht gefährdet wurde.
Sabine K. von der B.Z war in Wien dazu gestoßen und hat einen tollen Job gemacht Heidi bis zur Grenze Europas zu begleiten und die Eindrucke rüber zu bringen. Jetzt geht es in der endgültigen Paarung ab morgen Abend nach Asien über den Bosporus und ich übernehme den Part des Co’s inklusive. der Aufgabe die daheim Gebliebenen mit Informationen zu versorgen, Hudo am Laufen zu halten und Heidi zu unterstützen wo ich kann. Es ist zwar etwas stressig dieser Tage, aber ich bin mir sicher Morgen um 15:45 in Tegel im Flieger zu sitzen und alles im Lot zu haben. Ein paar Bilder meiner Vorbereitungen habe ich ja schon eingestellt, Weitere folgen.
Info’s zu Hudo kann ich insofern teilen, daß er viel weniger Öl verbraucht als vermutet und Sprit säuft wie einst Hemingway bei seinen Touren durch die Kneipen dieser Welt (um die 30l/100km) Wasser braucht er momentan etwas mehr, was auch an den hohen Außentemperaturen liegt (über 30 Grad C.).
Ich hatte mich am 1. August selbst von den wirklich! sehr guten Vorbereitungen an dem Auto überzeugen können und habe 100%iges Vertrauen in das Team um Timo Gottschalk, das uns auch jederzeit per Telefon zur Seite steht. Momentan muckt der Tacho und ich nehme Morgen Ersatz im Flieger mit.
Da ich seit meiner Kindheit an Oldtimern, Motoren und anderem technischen Gerät schraube und als Dipl.-Ing. von der TU-Berlin unter anderem ein Diplom in “Fahrzeugentwurf und Konstruktion” seinerzeit beim Bau eines KFZ. erworben habe, sehe ich gute Chance Hudo und Heidi um den Globus reparieren zu können…;O)
Vielleicht werde ich bei der Berichterstattung von unterwegs nicht in dem bisherigen Boulevardstil der B.Z. weiter machen, aber dafür möchte ich mehr persönliches über Heidi und ihr ganz eigenes “Um die Welt” Projekt rüber bringen.

Ich hoffe ein paar Fragen beantwortet zu haben und verbleibe erstmal mit freundlicheren Grüßen

Patrik Heinrichs (der Mann auf dem heißen rechten Sitz))

Bericht vom 5. August, gesprochen von Heidi

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Dies ist eine Tonaufnahme von Heidi vom Dienstag, den 5. August, aus technischen Gründen erst heute. Bitte entschuldigen Sie, Heidi hat nicht bemerkt, daß keine Nachrichten vom Handy gesendet wurden. Sie kennen bestimmt auch jemanden, der nicht besonders flüssig mit neuer Technik umgeht. Ja, so ist Heidi, am liebsten nur telefonieren.

Die Tonaufnahme hier als Text

Hallo liebe Freunde, ich muss mal wieder berichten, hat meine Tochter gesagt. Ja, jetzt bin ich schon 5 Tage unterwegs und es kommt mir vor, wie 3 Wochen. Man erlebt so viel. Es ist wunderschön. So, eigentlich, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin jetzt in den deutschen Ländern gewesen, bei den Sorben, bei den Tschechen, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien und heute in Montenegro gelandet. Die Menschen sind alle sowas von freundlich! Wir werden andauernd zum Essen und Trinken eingeladen und alle mit so viel Herz. Also es ist unwahrscheinlich. In Montenegro heute – die Leute haben noch nie einen Oldtimer gesehen. Die stehen davor, wie vor einem Ufo. Es gibt viele Leute, die deutsch sprechen, die im Urlaub sind bei ihren Eltern und in Deutschland arbeiten. Also ganz interessant, wen man alles so kennen lernt. Wetter ist super. Natürlich haben wir auch schon schlimme Unwetter erlebt, ein Abend in Ungarn. Budapest hat mir besonders gut gefallen. Das habe ich gar nicht gedacht, dass das so schön ist. Ja es geht immer weiter und weiter. Heute in den Bergen hat Hudo zwei mal gekocht. Naja, da mussten wir ihn abkühlen lassen. Aber er läuft sonst super. Alles ist schön. Morgen wollen wir nach Kosovo und die deutschen Soldaten dort besuchen. Ich habe nicht viel gesagt bisher, weil ich eine Journalistin neben mir habe, Sabine Klier, die für die B.Z. berichtet. Ich verweise also auf die B.Z., weil sie jede Stunde irgendwas erzählt. Alles mögliche, ich finde auch Details, die ich gar nicht berichten würde. Sie macht das so süß, es ist ganz toll. Es macht unheimlich viel Spaß. Es gibt überhaupt keine Differenzen und wir sind beide ganz glücklich. Sie ist dankbar, dass sie mich begleiten darf und macht ihren Job ganz toll. Ja, wie ich es mir vorgestellt habe, eine Traumreise! Gute Nacht.

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HUDO rundet 70.000 KM

Video Gepostet am Aktualisiert am

Für diejenigen, die die B.Z. Berichte nicht verfolgen, hier ein Video daraus.

Heidi in Budapest, mit nassen Füßen

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Beifahrerin (bis Istanbul) Sabine Klier berichtet in der B.Z. über unsere Fahrt.  Ich selber werde bestimmt bald wieder schreiben. Hier sind einige Fotos. Das ist doch schon was!

Übrigens könnt ihr meinen Fortschritt ganz genau verfolgen – einfach auf „GPS Standorte“ hier auf meinem Blog klicken.

Bis bald!

Warum Heidi sich 4 Tage lang verstecken musste

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Endlich ist es soweit. Ich bin tatsächlich auf meine große Weltreise gestartet. Nach großen Anfangsschwierigkeiten habe ich selbst nicht mehr daran geglaubt. Nach langen Vorbereitungen hat mein Beifahrer am 2. Mai gesagt er hat „Rücken“ und er kann nicht mehr mit mir fahren. Das war fürchterlich. Die Presse hat mir aber geholfen und wir haben einen anderen Beifahrer gefunden. Jordane, das Gegenteil von Reinhard, der 65 war, war er 25 ohne Führerschein. Das fand ich sehr lustig, endlich mal einer, der mir mein Lenkrad nicht weg nehmen will. Und es hat alles sehr gut begonnen.
Wir sind mit großem Brimborium am Olympiastadion, Hotel Kempinski, Brandenburger Tor gestartet. Das Geräusch im Motor, was sich vorher schon angekündigt hatte, wurde immer lauter und ich bekam Angst, damit eine große Tour zu machen. So kann ich einfach nicht fahren! Ich bin umgekehrt, gleich nach dem Start und bin zurück nach Rheinsberg gefahren, wo mein zweiter Ersatzteilspender Hudson stand. Wir haben alles nochmal kontrolliert, was sein könnte. Rund um den Motor herum, wo dieses Geräusch herkommt, wir konnten es nicht finden. Ich hab dann kurzerhand die Entscheidung getroffen, wir bauen den anderen, nicht vorher durchgesehen Motor vom Ersatzteilspender in den Wagen ein. Es war eine riesen Anstrengung und die Mechaniker waren fantastisch – von Timo Gottschalk – die haben Tag und Nacht gearbeitet und es hat fast drei Tage gedauert bis alles soweit war. Und erstaunlich, der Motor lief und das Geräusch war weg. Das war der Beweis, daß der erste Motor, den ich für viel Geld habe überholen ließ, nicht in Ordnung war. Wir wollten an dem Tag losfahren, aber dann machte der Vergaser nicht mehr mit. Dann musste der ausgebaut werden.
Dann war es endlich am 31. soweit, ich habe Rheinsberg verlassen. Die Tage davor habe ich mich mit Mütze und Sonnenbrille in Rheinsberg versteckt, dass mich keiner sieht, denn ich war ja eigentlich schon 4 Tage vorher gestartet. Es war mir sehr peinlich, aber es war die richtige Entscheidung. Allerdings haben Jordan und ich uns in den Tagen nicht mehr gut, wir bekamen Differenzen und haben uns getrennt.
Nun stand ich wieder da, zum zweiten Mal ohne Beifahrer und der Zufall ergab sich, dass ein Mann, der schon ein paar Mal angerufen hatte, um mitzufahren, sich wieder meldete. Ich habe gedacht das ist dann vielleicht doch der Richtige. Wir haben uns am Auto getroffen und das Verständnis gegenüber dem Hudson, wie man daran arbeiten kann, war sehr groß. Okay, wir haben gesagt wir fahren.
Aber großes Problem, er hat eine Woche zu Segeln, bei einer Weltmeisterschaft in Kiel, auf die er sich lange gefreut hat. Und das muss er machen. Also Entscheidung, ich fahre alleine bis Istanbul und Patrick Heinrichs fliegt dort hin und wird am 9. August einsteigen. Ja, das ist also alles heute gewesen, alles an einem Tag.
Ich bin dann los gedüst, erst mal wie ein Tourist, von Rheinsberg nach Potsdam. Es war eine wunderschöne Tour… Dann auf die Autobahn, dann durch eine Walachei, wo ich dachte, das ist ja schon eine richtige Weltreise, wo bist du denn hier? Einsam und verlassen, keine Tankstellen, kleine schlechte Wege. Ich bin da lang gebrettert, es hat richtig Spaß gemacht. Ja und dann bin ich 350 Km gefahren bis Zittau. Da war ich dann um Mitternacht.
Und ich bin sowas von glücklich, dass der Wagen läuft.  Hudo hat sich soooo prima angestellt. Ich hab ihn nur gelobt unterwegs. Und ich bin der glücklichste Mensch der Welt, daß jetzt endlich die Fahrt begonnen hat. Ich werde jetzt ständig berichten, denn ich möchte, daß ihr daran Anteil nehmen könnt. Gute Nacht.

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