Container „Stuffing“

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Hallo traith, und alle Anderen, Entschuldigung, daß Ihr nichts von mir gehört habt. Ich habe von Bangkok
wirklich sehr wenig gesehen, außer den 100ten von Oldtimern im Jeseda Technik Museum und einem
Abend mit einer Stadtrundfahrt und mit dem Blick von einem Turm über die riesige Stadt rundherum. Die französische Brücke und der Tempel am Km 0 Sero haben mir sehr gefallen. Ich war mit Hudo mehr als beschäftigt. Malaysia hat mir von der Natur her noch besser gefallen. Sofort nach der Grenze war auffallend
daß der größte Prozentsatz Moslems sind, die Frauen alle mit langen Kleidern und Kopftüchern.
Ich mußte mal wieder die kürzeste Strecke fahren und große Sehenswürdigkeiten ausfallen lassen. Am Wegesrande nur Palmenwälder und Gummibaum Plantagen, jedenfalls hängt an jedem Baum ein Topf in den ein weißer Saft fließt aus dem die Autoreifen hergestellt werden. Die Straßen waren wunderbar zu fahren und Malaysia machte auf mich einen reicheren Eindruck als Thailand, obwohl es nicht so ist.
Ich habe sogar gehört, daß viel Industrie nach Thailand geht, weil dort noch billiger produziert werden kann.
Die Malaysier sind auf jeden Fall völlig Autoverrückt. Es sausten aufgemotzte Autos und teure Autos und Oldtimer an mir vorbei. Hudo bekommt wieder mehr Aufmerksamkeit, als zuvor. (Am Wenigsten in Laos).
Der MSVCR Malaysia and Singapore Vintage Car Register Club bringt sich fast um für mich. Seit George Town (traumhaft) werde ich von Clubmitgliedern empfangen und begleitet. Und nicht Gott, sondern diesen Menschen muß ich danken, daß sie bei mir waren, als ich wieder liegen blieb und von dem VW Kübelwagen
gezogen werden mußte, genau 67,7 km lang nach Johor. Dort sofort in die ONE-STOP Classic & Sports Garage zu Prakash, ein hübscher äußerst talentierten Mechaniker,aber wie Alle, immer mit der Ruhe.
Sujit, Jonny und Danny mit dem Kübelagen, alle aus Kuala Lumpur hatten mich nach Johor begleitet.
In der Werkstatt wurde dann festgestellt, daß nichts kaputt war, aber ein Stift vorne , neben dem in China
gebrochenem Bronze Guss Teil, rausgerutscht war. Kleine Ursache, großer Aufwand.
Säuberungsaktion: ja, die hat heute den ganzen Tag in Anspruch genommen. Der ganze Unterboden mit
Dampfstrahl gesäubert und gebürstet und in allen Ecken und Kanten geschrubbt, die Sitze und Teppichböden raus und das Gepäck und den Koffer hinten entleert. Das Alles habe ich in Johor, vor Singapur gemacht, weil es in Singapur wenig Wasser gibt und teuer ist. Singapur muß das Wasser von Malaysia kaufen.
Ich habe mit dem Freund Danny im VW Kübelwagen 1972 schon mal eine Testfahrt in das benachbarte Singapur
gemacht bzw. ich mußte zum AAC (ADAC) um mir ein ICP zu besorgen. Ohne dieses ICP, ein Stück Papier
kommt man mit einem Auto an der Grenze nicht durch und Versicherung und Zoll und eine elektronische
Kreditkarte muß man sich auch vorher besorgen. Ich war Danny sehr dankbar, daß er mich gefahren hat
und es hat 8 Stunden gedauert. Morgen mache ich das Ganze dann mit Hudo. Ansonsten habe ich mich
nach erfolgreicher Reparatur wieder etwas erholt, nachdem ich von Werkstätten so langsam die Nase voll
habe. Ich bekomme nun Besuch vom ARD, der meine Einreise nach Singapore und die Verpackung von
Hudo für den Container filmen wollen. Es soll zu Ostern eine 45minütige Sendung erscheinen. Am Dienstag,
den 27.1. wird Hudo in den Container eingeschlossen und am 28.1. muß ich an Bord gehen, um dann am
31.1. abzulegen. Wie das Schiff heißt, weißlich noch nicht und unter welcher Flagge wir segeln auch nicht,
aber Hamburg Süd kümmert sich hervorragend um mich. Ich freue mich gar nicht darauf, denn 9 Tage lang nur Wasser zu sehen und nicht weg zu können, ist nicht mein Ding. Ich habe noch nie eine Schiffsreise gemacht, ( doch 1961 nach USA.) Es wird auch komisch sein, als einziger Passagier auf einem Container zu sein, aber ich wollte ja unbedingt bei Hudo bleiben. Na, mal sehen, wie ich mich als Matrose nützlich machen kann. Hoffentlich gibt es Internet,
dann kann ich die 100 angesammelten Fotos aufarbeiten. Mit dem Wetter habe ich Glück, wir haben angenehme 30° noch am Abend und keinen Regen. Übrigens hatte ich mit der Verspätung auch wieder Glück, denn vor 14 Tagen soll es in Kuala Lumpur fürchterlich geregnet haben mit riesigen Überschwemmungen. Hoffentlich bleibt mir das Glück weiter hold. In diesem Sinne, stürze ich mich nach
unglaublichen 6 Monaten in mein nächstes Abenteuer und auf einen neuen Kontinent. Den Spotti werde ich ins Gepäck mitnehmen, damit ich die Batterien aufladen kann. Ahoi, Heidi Hetzer.