Samarkand

Bericht aus Taschkent

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Hallo Marla,

jetzt weiß ich fast alles über Samarkand , sie feiern bald 750jähriges Jubiläum. Es ist die 2. größte Stadt in Usbekistan mit 500.000 Einwohnern. 70% davon sprechen eine andere Sprache , nämlich Persisch. Es wird immer nur von zwei Namen gesprochen, König Temur, er war ein Herrscher und Ulug Teg. Sein Großvater
hat 28 Länder erobert, kümmerte sich aber nicht um sie, er wollte alles immer nur nach Samarkand bringen. Und wie immer, war es grausam, der Sohn hat seinen Vater geköpft. Witzig fand ich, daß das1. Denkmal von Lemur in Paris gestanden hat. Aber das müßt Ihr nachlesen, wenn es Euch interessiert. Für mich war es eine erholsame Abwechslung mit einer Reisgruppe unterwegs zu sein. Aber Reisegruppen gibt es sehr viele und einige Menschen haben mich erkannt und dann mußte ich für eine Foto lächeln, sogar Holländer wußten viel über meine Reise.
Gestern Sonnabend, 9 Uhr, Aufstzen nach Tashkent. Nach ganzen 35 km im stop and go Tempo, waren mir meine Kupplung und der Starter zu schade und Jan Waller von der Elbinsel Drochtersen hat mich 300km gezogen. Er hat es super gefühlvoll gemacht, denn wir hatten ein Seil, was wie ein Gummiband nachgibt. Ich mußte ihn nur immer abbremsen, wenn die Stoppschilder der Polizei kommen. Immer 2 Halteschilder kurz nacheinander so ca alle 50 km sind die aufgebaut.

Am Abend bin ich mal an meinen PC gegangen und habe mit den Ohren geschlackert, was da alles steht: Altersstarsinn, Beratungsresistent, die Arme jetzt ohne Mann an ihrer Seite, gehts noch? War Clärenore mit 26 auch so? Oder haben wir beide nur einen dicken Kopf und starken Willen, Frauen die sich nicht entmutigen und demütigen lassen? Jedenfalls war mir der Appetit vergangen.

Heute Morgen habe ich mir dann die positiven Beiträge durchgelesen und es geht mir wieder gut. Danke, danke, danke meine Freundinnen und Freunde. Ich habe eine Zukunft vor mir und auf die freue ich mich. Jetzt bin ich dabei meine Route umzuplanen. Am einfachsten ist es, wenn ich Russland und die Mongolei auslasse, schweren Herzens, und einfach nach China weiter fahre. Über Kirgisistan könnte ich dort in 4 Tagen sein ( 900 km ). Dann 4.000 km nach Xi,an, dann südlich 5.600 km an die Grenze nach Laos. das sind 10.600 km in 20 Tagen, das sind 530 km pro Tag, jedenTag. Das ist machbar, denn das Chinesische Visum läuft am 15.Oktober ab. Für mich das UNWORT des Jahres: VISUM. Bei dieser Recherche stelle ich fest, daß das Reisebüro einen Fehler gemacht hat. Ich habe eine Reiseroute mit Chinesischer Begleitung (ist Pflicht) vom 9. bis 25. Oktober, aber das Visum vom gleichen Reisebüro geht vom 15. Juli bis 15. Oktober. AUA. Dieser Plan geht allerdings nur auf, wenn HUDO mit spielt, bzw die Mercedes Werkstatt, die habe ich mit 3 Tagen eingeplant. Auch DHL muß morgen, wie versprochen die Zylinderkopfdichtung liefern.
Plan A ist alle Visas Russland und China hier in Tashkent verlängern lassen und alles , wie geplant weiter fahren. Risiko : es wird kalt in Sibirien und die Mongolen haben ihre Zelte vielleicht schon abgebaut. Es soll mir vielleicht auch so, wie Clärenore ergehen?

So das war kein lustiger Beitrag, wie die von Patrik, aber dass ist das, was mich z.Zt. beschäftigt. Juhu, eben ruft Sabine von Forst aus der Deutschen Botschaft in Tashkent an, ob sie helfen können, sie haben von meinen Problemen gehört. Na, dann schaun, mer mal. Ich erinnere mich, vor 14 Tagen, als ich mit dem Zug nach Tashkent gefahren bin um mein Usbekisches Visum verlängern zu lassen, war keine Hilfe möglich.
Ich werde in Zukunft seltener und kürzer schreiben, sorry, aber ich muß ja jetzt für Zwei……..ja,ja, selbst dran schuld, aber es geht mir moralisch wieder gut.

Eure Heidi