Drei Pleuel auf Abwegen..

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Freunde vor dem Wishbone Kaffee
Freunde vor dem Wishbone Kaffee

Was für ein Tag!!

Wieder mal ein Abendreport, denn der Tag war vollgepackt mit Überraschungen. Wie wahrscheinlich auch der Rest von euch verfolgte ich den Weg unserer so sehnlich erwarteten Ersatzteile quasi minütlich auf ihrem Weg von Ohio nach Berlin…

Ich hatte natürlich den Zeitvorteil auf meiner Seite, denn wir sind Deutschland ja 3 Sunden voraus! (sozusagen in der Zukunft ;O)

Alles sah gut aus, Ankunft in Berlin 5:40 Uhr noch gut 3 Stunden bis zur Auslieferung, hier war es Frühstückszeit…

Danach gingen Heidi und ich los um einen Tipp für die Tachoreparatur zu folgen… Dieser war jedoch nicht tel. zu erreichen, also warten? Nach den Erfahrungen hier im Orient zum Thema Warten entschied ich mich für Aktion und löcherte den Taxifahrer nach einem Uhrmacher..

Ein Telefonat später meinte er 10.000 SOM und wir saßen im Taxi..allerdings nur rd. 300m….!?!

Er stoppte, lief kurz über die Straße in ein Haus, kam zurück und bat uns mitzukommen. Was war passiert? Es gab wohl noch einen Uhrmacher in einem ca. 4qm großen Raum in dem Haus aus dem der Taxifahrer kam! Ein Kunde war schon drin, also mußten wir unser Anliegen von der Straße aus vortragen.

Ok er nahm sich die Tachos vor und ich begutachtete die „Werkstatt“. Positiv fielen mir die vielen alten russischen Standuhren auf und einige zerlegte Chronografen für das Handgelenk auf. Er thronte mittendrin ohne auch nur genug Platz zu haben um sich umdrehen zu können.

Mit vielen Hand und Fußbewegungen versuchten wir ihm das Problem zu vermitteln und mithilfe der Schemazeichnungen, die mir unsere Fans haben zukommen lassen, gelang es mir ihn Mut zu machen und den 2. Tacho zu zerlegen.

Dann schaute ich mal in das UPS Tracking Tool und erstarrte zu Salzsäule! Auslieferung auf MORGEN verschoben!!!

Es war halb neun in Berlin und mit einem mal gingen mir viele Dinge Durch den Kopf! Der Weitertransport zu uns durch DHL um 10:00 war schon organisiert, ein Freund war mit den restlichen Sachen EXTRA auf dem Weg von Berlin nach Rheinsberg, Das Wochenende drohte….

Ich hatte ja das Notebook dabei, eine Internetverbindung per Smartphone und mächtig Energie die frei gesetzt wurde!

Um es kurz zu machen, die nächsten 4 Stunden jagte ein Telefonat per Skype das nächste, Emails flogen in alle Richtungen und Pläne wurden umgeworfen, wieder aufgestellt um danach wieder geändert zu werden.

Währenddessen immer wieder mit dem Uhrmacher auf DEUTSCHDENGLISHRUSSISCH über den Tacho geradebrecht und mindestens 100 Mal tief durchgeatmet um nicht völlig den Verstand zu verlieren.

Die UPS Hotline war mal wieder keine große Hilfe und das alles aus dem kleinen Uhrmacherstübchen…

Heidi war schon am Anfang zu unseren Österreichischen Freunden zurück gegangen, mit denen sie Hudo besuchen wollte und dann zum Abschied winken.

Die beiden fuhren mit einem umgebauten Pinzgauer (eine Ösispezialität und unschlagbares Globetrottermobil) ebenfalls durch Asien und haben uns viele gute Tipps für die vor uns liegenden Kilometer gegeben, da sie die entgegengesetzte Richtung gefahren waren.

Nachmittags um kurz nach Drei war dann wieder alles „Im Plan“ , die Teile nach Mannheim umgeleitet und im Endeffekt sogar noch Zeit eingespart, wenn unser Plan funktioniert:

Gertrud Schrenk, die Besitzerin des hiesigen Wishbone Kaffees, in dem wir inzwischen ob des Kuchens und superleckeren Cappuccinos Stammgäste sind, wird uns persönlich die Ersatzteile am Samstag nach Tashkent einfliegen!

Sie war uns durch ihre Freundin Rano hier vor Ort schon die letzten Tage behilflich und setzt jetzt noch einen drauf.

Persönlicher Transport-Einsatz für Team HHP!

Dazu mußten natürlich alle Sachen aus Rheinsdorf wieder nach Mannheim umgeleitet werden und das bis Freitagmittag.

Dank des Einsatzes der DHL Logistik ist gerade ein Sonderkurier auf dem Weg zu Gertrud. Danke auch euch!! Und natürlich darf Logistik-Harry (er weiß schon das er gemeint ist..) nicht fehlen, der mir mitteilte, das, er inzwischen bei Email 85 war und das nur bis zum Eintreffen der Pleuel in Rheinsberg. DANKE!

Ach ja da waren ja auch noch 2 Tachos… beide hatten inzwischen ein reinigendes Benzinbad hinter sich, sich dem ursprünglichen Plan die Antriebswellen zu tauschen erfolgreich widersetzt und dem B-Plan die Kilometerzählerzwischenwellen zu reparieren ebenfalls verweigert…Immerhin ist bei Tacho 2 die Rückstellfeder wieder drin. Aber Patrik hat einen Plan!

Eben hier auf dem Zimmer wurde der Taschenrechner mit Übersetzungen und Drehzahlen gefüttert, das Manual des in Teheran gekauften Fahrradtachos gewälzt und mit den drei Knöpfen die richtigen Daten in das Bedienteil programmiert.

Wenn das so klappt wie ich es mir denke, baue ich die Mutter eines Hybridtachos und stelle alles in den Schatten das jemals in einem Hudson gelaufen ist….Laßt euch überraschen!

Heidi schmiedet schon Pläne wie sie mit Hudo und allen Helfern vor Ort eine Art „Schaulaufen“ veranstaltet um die schönsten Fotomotive zu schießen….Ich bin vorsichtig optimistisch, warte aber bis ich die Pleuel in den eigenen Händen halte und dann werden wir die Dinger schon in Hudos Eingeweide verpflanzen! Auf alle Fälle war das dann wohl das auf seiner weiten Reise das Pleuel, was am meisten Aufregung in der Hudsongeschichte gemacht hat!

Bis Morgen und drückt die Daumen!

Patrik

Pleuel
Pleuel

20 Gedanken zu „Drei Pleuel auf Abwegen..

    Gertrud Schrenk sagte:
    12. September 2014 um 08:37

    Paket ist schon da!

      Renate Bialluch sagte:
      12. September 2014 um 09:00

      Danke Gertrud. Wünsche Dir einen guten Flug!

      wilma sagte:
      12. September 2014 um 22:24

      ich nehme an, dass die meisten die facebook Seite vom Café Wishbone gesehen haben: cafe wishbone

    Hagen Jensen sagte:
    11. September 2014 um 23:13

    Na, sehr schön das! Hauptsache, der Kurier findet „RHEINSDORF“, wo immer das ist, den sonst gibt es die nächsten Komplikationen;)) Ja, die Hektik! Aber Ihr macht das schon und ich verspreche, auch keine Bilder mehr mit über 5MB zu senden. Ehrenwort! Alles Gute!!!

      Patrik Heinrichs sagte:
      12. September 2014 um 04:39

      Hallo Hagen, mea culpa, ich habe seit ca 10 Tagen eine leichte Rheinsberg/Reinsdorf „Schwäche“ da in Reinsdorf ein Flugplatz ist wo ich auch fliege sage ich/schreibe ich ganz häufig Rheindorf wenn Rheinsberg gemeint ist. Dort ist nämlich die Werkstatt von Timo Gottschalk (dem Rallyebeifahrer) der Hudo so liebevoll aufgebaut hat und sich um unsere technischen Probleme kümmert…

        Hagen Jensen sagte:
        12. September 2014 um 12:02

        Ja, Patrik, ich weiß schon um die Zusammenhänge als alter HHP-Fan. Aber da Du unter solchen Bedingungen schreiben musst, ist Dir so einiges nachzusehen. Es wird schon an der Verbesserung gearbeitet und die Überraschung kommt dann, wie von Dir gewünscht, zu Weihnachten. Viel Glück weiterhin Euch Dreien

    Uli Schneider sagte:
    11. September 2014 um 23:06

    Mal ganz was anderes: Ist es eigentlich möglich, die Schrift nicht in dem schicken hellgrau zu posten, sondern etwas dunkler?

      Charlotte sagte:
      12. September 2014 um 00:40

      @ Uli Schneider:
      Diese Frage kann ich nicht beantworten, aber wenn Sie Mühe beim Lesen haben, können Sie leicht selber das Schriftbild vergrößern, indem Sie die Tasten strg und + drücken. Hab ich gerade selber gemacht. Verkleinern mit strg und -. Auf die ursprüngliche Größe setzen: strg und 0 (Null).

      LG, Charlotte

      Marla, Heidi's webmaster geantwortet:
      13. September 2014 um 00:21

      Lieber Uli, wir müssten ein Upgrade von WordPress kaufen, um die Farbe zu ändern.

    Friederike sagte:
    11. September 2014 um 22:43

    Also – Krimi ist auch nicht spannender!
    Vielen Dank für die tollen ausführlichen Berichte. Bei mir macht sich inzwischen Entzug breit, wenn’s mal an einem Tag nicht ein ganzer Roman ist 🙂
    Natürlich drück ich weiter alle Daumen für Teile, Visa & Co. Und Heidi, Patrick und Hudo: bleibt gesund!
    Alles Liebe, Friederike

    ANGELIKA sagte:
    11. September 2014 um 22:39

    Patrik (dieses Mal richtig geschrieben) ich stelle fest: Dir geht es wieder gut. Das ist Klasse.

    „alles wird gut“ (geklaut, weiß aber nicht von wem). 🙂

      Charlotte sagte:
      12. September 2014 um 00:31

      @ Angelika: Ich habe das von Nina Ruge in der Erinnerung. Was mich gedanklich auf die wunderbaren Reportagen von Gerd Ruge bringt.

      @ Patrik: Und Ihre sind genauso lebhaft geschildert und humorvoll. Dazu noch die Bilder, große Klasse. Jute Besserung! 🙂

      LG, Charlotte aus Wilmersdorf

        ANGELIKA sagte:
        12. September 2014 um 09:59

        @Charlotte: Gut möglich – dass ich das von ihr hab. 😉
        @Patrik: Den Fim liebe ich auch sehr und der Satz ist soooooo stimmig. Alles Gute in die Ferne.

      Patrik Heinrichs sagte:
      12. September 2014 um 04:47

      „Best Marigold Hotel“, der Film. Der Hauptdarsteller Dev Patel (der aus Slumdog Millionär) sagt in einer Tour:
      „Und am Ende wird alles Gut– Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende..“
      Ist eigentlich ein Kultfilm für die „Golden Ager“ Generation, Aber ich finde auch für alle anderen!

        Gabriele Heinze sagte:
        12. September 2014 um 09:05

        🙂 Hallo Heidi und Hudo ,, und natürlich Patrik 🙂 Bei allem Trubel… habt ihr an den 1. Hochzeitstag von Hudo und Heidi gedacht ?? .. 🙂 🙂 er war am 8. September.. 🙂 herzliche Gratulation noch, wenn auch etwas verspätet.. und liebe Gruße aus Berlin take care und toi toi toi Gaby Heinze
        PS natürlich auch von Robert …

          Heidi Hetzer sagte:
          13. September 2014 um 08:52

          Hallo Gabriele,
          oh Gott, das habe ich wirklich vergessen. Kein Wunder, dass er sauer ist. Aber ich habe im Kalender nachgeschaut, ich war an diesem Tag bis Mittags Ersatzteile für ihn einkaufen. Dann bin ich zu ihm gefahren und habe ihn
          reich beschenkt mit Benzinfiltern, Motoröl und einem Drehmomentschlüssel. Dann habe ich seine Holzbeinchen besprüht, 2x. Tja, das wars, ich habe nicht mit ihm angestoßen auf unseren 1. Hochzeitstag.
          Du bist süß, daß Du immer noch in Gedanken bei uns bist. Grüß bitte Alle.
          Eure Heidi

    Christina Schmidt sagte:
    11. September 2014 um 20:25

    Also, ich habe den 2. Beifahrer zwar auch für fähig gehalten, aber wenn ich das hier so lese, dann bin ich doch sehr froh, dass es noch kurzfristig zu einem Wechsel gekommen ist. Bei derartigen Schwierigkeiten muss man einfach ein „Macher“ sein und Dinge anpacken, sonst hat man komplett verloren. Ich wünsch Euch weiterhin starke Nerven! Lasst Euch nicht unterkriegen und immer dran denken:“If nothing goes right, go left.“

    Marianne sagte:
    11. September 2014 um 20:17

    Habt Ihr schon daran gedacht, Eure Reisereportagen als „Jahresband“ zu sammeln ?! Es wimmelt ja nur so von helfenden Händen / unglaublichen Geschichten / Gefühlsschwankungen in alle Richtungen …nicht nur bei Euch vor Ort, liebes HHP-Team, sondern auch bei allen Lesern und „Trittbrettfahrern“ (ganz positiv gemeint!!). Und Getrud ist Spitze …. wird von mir (Marianne 73) zum Ehrenmitglied der Gruppe HUDO gekürt!! Viel Erfolg mit Pleuel und Tacho, lieber Patrik! Sieht doch alles „ganz harmlos“ aus …. aus der Entfernung und auf dem Bildschirm! Macht es gut!! Und schlaft mal aus!!

    Renate Bialluch sagte:
    11. September 2014 um 19:51

    Liebes HHP- Team,
    ich finde es einfach super, dass Gertrud die Sachen mit nimmt. Patrik, versuche dem altem Meister ein wenig Vitamim “ G“ zu geben, dann kannst Du vielleicht auch schon am Sonntag schrauben!
    Liebe Grüße und ganz viel Erfolg wünscht Euch Renate

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