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Hudos Husten in Sicuani kurriert

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Hudo hatte schon seit einiger Zeit ein Leiden. Er mutierte schon fast zum Tracktor. Denn jede Beschleunigung begleitete ein lautes Klopfen im Motorraum. Der Plan bis La Paz weiterzufahren, um dort eine Werkstatt aufzusuchen, wurde uns  zu riskant, denn das Geräusch nahm immer mehr zu.

Heidi vermutete einen Lagerschaden. Es ist faszinierend, wie gut sie ihren Hudo kennt, und wie gut sie ihn immer wieder einschätzen kann.

Wir stehen nun in einem Werkstatthof, müssen über Lehmpfützen springen und suchen hier in Sicuani, einem kleinen Andenstädtchen einen Mechaniker der uns weiterhelfen kann. Auf diesem lehmigen Hinterhof stehen viele LKWs und Autos herrum, die auf eine Reparatur warten, oder gerade repariert werden. Unter manchen schauen jeweils ein paar Füße hervor. Hebebühnen oder andere moderne Werkzeuge gibt es hier nicht.

John der Werkstattmeister will uns helfen. Er ist sehr fleißig und befolgt Heidis gute Ratschläge, da er einen Hudson noch nie von unten gesehen hat. John und seine Helfer arbeiten schnell und zügig. sie liegen unter Hudo.

 

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An zwei Pleulen ist jeweils ein Schäufelchen abgebrochen. Heidi hat passende Ersatzteile dabei.

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In der Ölwanne findet zunächst Heidi einen der beiden vom Pleul abgebrochenen Schäufelchen. Die Suche nach dem zweiten blieb leider erfolglos. Doch seit dieser Notfallreperatur vor einigen Tagen in Sicuani  läuft Hudo problemlos.

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Am Ende der Reparatur schauen drei Paar Füße hervor, da die Ölwanne gefüllt mit Öl wieder montiert werden musste.

 

lili

Caravelí, die Ruhe die wir fühlen

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Um den Roten Faden der Reise mit der Vergangenheit nicht zu verlieren, werde ich nocheinmal in Caraveli ansetzen.
Denn dort haben Heidi, Hudo und ich soviel erfahren und erlebt, es wäre schade es unter den Tisch fallen zu lassen,
auch wenn es schon ein wenig Zeit her ist.

Der frühe Sonnenstrahl der Morgensonne beleuchtet das kleine beschauliche Dorf in den Anden. Ein Hahn kräht, die Glocken leuten um sieben. Wir stehen auf dem Dach und erblicken das erstemal Caravelí bei Tag und von oben. Wir genießen die Ruhe. Eine angenehme Athmosphäre herscht hier.

Wir haben im Vorfeld viel über  dieses Dorf in dem Tagebüchern von Axel Söderström und Clärenore Stinnes gelesen, denn der Weg hier her, und von hier nach Oconja war für beide um 1928 eine Qual, da es keine Straßen, sondern nur Eselpfade gab.

Im Gespräch mit den Dorfbewohnern, kommen wir Cläronore und der Zeit von 1928 ganz nah.

Gruss Liliana

Hier sind ein paar fotografische Eindrücke aus Caravelí:

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die Glocken von Caravelí

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Caraveli_IMG_4160„[…] Da höre ich in der Ferne Glocken läuten, das Schönste, was ich seit langem gehört habe. Ich folge dem Klang, und wenige Minuten später laufen mir die Bauern aus dem Dorf entgegen.“ So schreibt Söderström am 3 August in sein Tagebuch. Es ist der magische Moment, den die beiden erleben, nach dem sie endlich die Talfahrt nach Caravelí beginnen können.

Wir empfinden die Talfahrt nach Caraveli auch als etwas besonderes. Wir erreichen den höchsten Punkt der Strecke und wissen, dass es nun nur noch bergab geht. Unter uns liegt ein Tal in dem wir Caravelí vermuten. Doch es dämert schon und Nebel liegt im Tal. Das weiche Licht wirkt fremd und schön zugleich.

Wir fahren von hier hinunter in den Nebel, und 14 km später erreichen wir den kleinen Ort. Es ist dunkel geworden. Auf der Suche nach einer Unterkunft, treffen wir  eine schlanke Frau am Strassenrand, die mit einer selbstverständlichkeit auf Hudos Trittbrett springt, um uns zu einem Hotel zu lotzen.

Die Glocken die Söderström damals hörte existieren noch heute. Nur der Glockenturm und auch die Kirche ist eine andere. Denn bei einem Erdbeeben um 1960 wurde die Kirche mitsammt Glockenturm zerstört. Doch die Glocken wurden danach in den Neuen Turm wieder eingehängt.

 

Zitat: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.200

Durch Tag, Nacht und Nebel nach Caravelí

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Ins Landesinnere Richtung Caravelí rollt der Wagen. Entlang eines Flussbettes schlängelt sich die Straße in die Berge. Zunächst lange grade Strecken mit leichter Steigung. Doch diese denkt nicht daran flach zu bleiben. In Serpentinen schleicht Hudo hinauf. Er hält sich tapfer.
Es dämmert schon. Nebel zieht auf und verängt unsere Wahrnehmung. Alles wirkt geheimnisvoll und etwas düster.20

Die Landschaft wirkt kahl nur im vertrockneten, steinigen Flussbett steht vereinzelt ein Strauch- ein Stück Leben in dieser Einöde, in der sonst nichts zu  gedeihen scheint.

und immer höher führen uns die Serpentinen. Hudo schnauft. der Motor läuft unruhig. Wir rechnen immer wieder nach, um wieviel Uhr wir Caravelí erreichen werden.

Caraveli hat nur  eine Zufahrtsstraße, für uns eine Sackgasse. Doch wir fahren dies Strecke, um Cläronore und dem Herrn Söderström noch näher zu kommen, denn die beiden schleppten sich genau hier hoch nach Caravelí, nachdem der Küstendampfer Olga, auf den sie 4 Tage am Naturhafen gewartet hatten, einfach vorbeigefahren war, ohne dort anzulegen und sie mitzunehmen.

Diese Strecke, die wir in 3 Stunden zurücklegen, war für Stinnes und Söderström eine der schrecklichsten Streckenabschnitte ihrer Weltumrundung. Denn um 1928 war noch keine Straße vorhanden. Ihr erster Versuch scheiterte und sie mussten zurück nach Atico. Dort lernten sie zwei Geistliche des Dorfes kennen, die “ […] das Dorf zu einer Prozession mit anschließender Predigt zusammenrufen. Dabei reden sie allen Gläubigen ins Gewissen, daß es Christenpflicht sei, uns zu helfen. Zwischen jeden Psalm werden die Menschen zur guten Tat ermahnt, uns den halben Weg nach Caravelí zu begleiten.“

Somit begleiteten sie 22 Männer mit Pferden und Reiteseln. Diese halfen mit, das Auto durch das steinige Flussbett und dann die Berge hinauf zu ziehen.

Liliana

Zitat: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.196

Vergangenheit und Gegenwart verfließen

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Vom Hafen fahren wir zurück Richtung Atico. Puyanca heißt dieser Küstenstreifen. Hier hatte damals um 1928 ein Straßenbaucamp sein Lager aufgeschlagen, um die Panamericana in diesem Küstenabschnitt zu realisieren. Stinnes und Söderström waren hier willkommen. „Der leitende Ingenieur Tamayo lud uns ein, mit ihm zu teilen, was er besaß: eine Welblechhütte und Dynamitkisten, auf denen wir unsere Bettstatt errichteten.“

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Heidi, Hudo und ich fliegen über die Panamercana, und denken immer noch an Clärenore. Neben der Straße entdecken wir manchmal zwischen den Felsen schmale Maultierpfade oder alte Straßen und überlegen, wo sie wohl entlanggefahren ist und wie schwer sie es hatte. In diesen Gedanken vertieft, entdecke ich plötzlich eine mir bekannte Felsformation. Sofort fällt mir ein Bild ein, welches ich im Tagebuch Söderströms gesehen hatte.

Das Buch auf den Knien, und immer wieder hochschauend vergleiche ich die Felsformationen, wärend Hudo sich geduldig  langsam fortbewegt. Irgendwann kommt der Punkt, wo die Realität mit der Vergangenheit fast übereinstimmt. Nur die Perspektive stimmt noch nicht ganz.

Heidi und ich kraxeln in die Berge um etwas Höhe zugewinnen und die Perspektive auf die Dinge zu verändern, immer mit einem aufgeschlagenen Buch in der Hand.

Hudo muss unten bleiben und warten.

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Dieses Bild fotografierte Axel Söderström auf dem Weg zwischen dem Naturhafen von Atico und dem Ort Atico im Juli 1928
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die gleiche Sicht auf die Küste vor Atico 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 Bildquelle/ Zitat: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.194/195


Liliana

Clärenore so nahe

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„Die Nacht war von phantastischer Schönheit. Der Vollmond beleuchtete silberhell die Felsenlandschaft […].Das Meer lag tiefblau in der Bucht […].
Wenn wir jetzt hier statt auf Dynamit auf der Terrasse eines großen Hotels sitzen würden und nicht im schmutzigen Arbeitsanzug, sondern im Smoking und Gesellschaftskleid an gedeckter Tafel, dann würden wir sagen:
>Wie schön ist doch das Meer und der Mond!< und >Kellner, eine Flasche Heidsieck Monopol!< So aber betrachten wir unsere schwarzgeränderten Fingernägel und spucken in den Sand.“ So beschrieb Stinnes die Nächte am Naturhafen, in denen sie auf den Küstendampfer Olga warteten.

11Wir fragen uns natürlich, wie ist die Situation heute nach 88 Jahren. Steht dort heute ein großes Hotel, wie es sich Stinnes ausgemalt hatte?

Wir fragen Walter nach dem historischen Naturhafen von Atico. Dieser musste nicht lange überlegen und begleitete uns in die Bucht in der Stinnes und Söderström 4 Tage auf den Küstendampfer Olga gewartet hatten und sich ihre Zeit „[…] durch fischen mit Dynamit vertrieben.“ Hier fanden sie zu ihrer Zeit nur „einen primitiven Landungskai mit einer zerbrochenen Seilwinde“ vor.

 

Was wir hingegen vorfinden ist ernüchternd. Kein idylischer Ort, kein prunkvolles Hotel, sondern eine stinkende Fischfabrik.
Am Landungskai werden die Fische von den Fischtrawlern angeliefert und direkt gewaschen und gehäutet und für den Abtransport vorbereitet.
Direkt in der Bucht befindet sich auch die Produktionsstätte für Fischmehl.
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Heidi und ich betrachten alles ganz genau, weil wir genau wissen, das hier Clärenore und Axel an dem kleinen Strand der Bucht gesessen und über das Leben und die weitere Reise philosophiert haben.
Wir können die begrabene Schönheit erkennen, die Clärenore in ihrem Tagebuch beschreibt und sind ergriffen, dass wir diesen Ort gefunden haben und  traurig, was daraus geworden ist.

Wir fühlen uns plötzlich Clärenore so nahe, mitten in diesem Treiben und dem Gestank.

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gruß Lili

 

Zitate aus: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.195

das alte Atico

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Wir erreichen den Ort Atico.
Von Yauka bis hier hatten Stinnes und Söderström 3 Tage gebraucht.
Mit Hudo fahren wir diese Strecke in weniger als 3 Stunden.

1954 wurde hier in Atico die Panamercana fertig gestellt, aber im Bau war sie schon um 1928.
Es entstand ein neues Atico unten an der Küste, direkt an der Panamericana, aufgrund besserer Verkrehrsanbindung.

Das alte Atico liegt wenige km vergessen im Hinterland. Viele Häuser sind hier verfallen. Der Ort wirkt ruhig und bescheiden.

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Hier begannen schreckliche Zeiten für Clärenore und ihren Begleiter. Denn ab hier konnten sie nicht weiter an der Küste entlang fahren, denn ein großes damals unpassierbares Steinmassiv blockierte den Weg. Ein Umweg über Caravelí, welches auf ca. 1800 m liegt musste in kauf genommen werden.

01Nach Caravelí gab es um 1928 bloss Maultierpfade, deshalb mussten die beiden einige Zeit in Atico bleiben, um die beschwerliche Reise in die Berge gut vorzubereiten.
Heidi und ich sitzen am alten Marktplatz unter einem uralten Baum, und stellen uns vor, das auch hier Clärenore und Axel gesessen haben und den weiteren Verlauf der Reise geplannt haben. Wir möchten in den nächsten Tagen, mehr darüber in Erfahrung bringen, wie Clärenore diesen Abschnitt der Reise bestritten hat.

Wir treffen hier in Atico den 74 Jährigen Walter Carranza, der uns viel über die Geschichte seines Heimatdorfes Atico erzählt und uns weitere Kontakte gibt, für unsere Recherche. Er sammelt alles, was mit der Historie seines Ortes zu tun hat.

 

Lili

Am Ende aller Wege

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„Wir sind am Ende aller Wege angelangt. […]“ So schrieb Axel Söderström, der treue Begleiter von Cläreonore Stinnes in sein Tagebuch als sie den Ort Yauka am 17 Juli 1928 durchquerten. Nach Yauka mussten die beiden Reisenden auf Maultierpfaden und durch Sand und Steinwüsten ihre Wege finden.

Auch wir passieren Yauka auf unserem Weg richtung Süden. Doch im vergleich zu 1928 sind hier noch nicht alle Wege zu Ende, sondern es führt die Panamericana, mitten durch den Ort und verbindet Norden und Süden.

 

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Heidis Tasche wird selbst hier in Yauka bestaunt.

Liebe Grüße Lili

Lomas

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Nasca-Atico_P1120136Wir erreichen Lomas, einen Küstenort zwischen Nasca un Arequipa,
auf den Spuren von Cläreonore, denn auch sie ist hier gewesen im Juli 1928.
Sie schrieb in ihrem Tagebuch: „[…] unternahmen einen Streifzug durch die kleine Hafenstadt.
[…] Unter uns lag das ganze Dorf, das nur von einigen Schiffsagenten und Arbeitern bewohnt war, […].“

Auch wir spatzierten durch das Städtchen und schländerten durch den kleinen Hafen.  Hier spielt sich das Dorfleben ab.

 

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Pelikane, Möven und Fischer mit ihren Fischerbooten tummeln sich im Hafenbecken.

Unter einem Sonnenschirm neben der Kaimauer sitzen einige Dorfbewohner trinken zusammen chicha morada ( ein Erfrischungsgetränk zubereitet aus Schwarzen Maiskolben). In einer kleinen Markthalle werden an zwei Ständen Fisch angeboten. Doch die Nachfrage hält sich in Grenzen.
Das restliche Dorf wirkt verlassen, einsam und staubig.

 

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Wir bleiben im Sand stecken. Es gibt hier schließlich genug Möglichkeiten und genug Sand.
Mit viel Schwung kann die Reise weitergehen.

Lieben Gruss Lili

 

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Schöne Grüße aus der Wüste

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Wir haben uns wieder gefunden: in einer Wüste bei Nasca.
(Hier regnet es bloss eine halbe Stunde in 2 Jahren, sagt man.)
Heidi ist glücklich zurück aus der Werkstatt, Hudo freut sich über die zurückgewonnene Freiheit nach schier endlosen Museumstagen.
Und Lili kommt aus den Bergdörfern und Abendteuern der Anden zurück in die Wüste.

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Weit und breit ist Sand in Sicht…
Berge, manchmal Meer und manchmal weniger
aber im allgemeinen sehen wir Sand
und Leere
manchmal sichten wir aber auch ein verlassene Autowrack in einer ausgeschilderten „gefährlichen Kurve“.
Nicht jeder kann lesen.

Liebe Grüße aus der Wüste

Lili

Achtung Südamerika, Heidi kommt zurück !

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IMG_1451Hallo liebe Freunde,

ich denke, es ist an der Zeit, mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben. Am Jahresende war ich Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt. Ich war glücklich in Peru zu sein mit Lili an meiner Seite und gleichzeitig geschockt, weil ein Arzt in Miami mir zu verstehen gab, daß ich Krebs habe. Das wurde mir aber in Lima ärztlich nicht bestätigt. Nach der Entfernung eines Tumors an der Vulva, dann aber doch. Das Alles habe ich vor meiner Familie und meinen Freunden geheim gehalten. Ich wollte es nicht wahr haben und niemanden beunruhigen. Nachdem ich aber in Lima unterschiedliche Aussagen bekam und ich ohne Spanisch Kenntnisse auch nicht alles verstand, kam mir das alles „spanisch“ vor. Ich habe dann meiner Familie gebeichtet und mit meinem guten Freund, dem Rallye Doc Claudio Schlegtendal gesprochen. Danach gab es nur eine Entscheidung: zurück nach Deutschland und Gewissheit verschaffen.

Hudo und Lili mußten erst einmal gut versorgt werden und dann flog ich mit KLM am 17.1. nach Amsterdam. In Essen- Werden arbeitet der Doc in der St. Josef Klinik als Chirurg. Er hat mich bei seinen Kollegen an der Universitätsklinik in Essen auf den Kopf gestellt und nach 2 Tagen hat der Gynäkologe Dr. Heubner im Beisein meines Doc operiert. Der Krebs wurde an der Vulva entfernt und einige Wächterlymphknoten. Schon nach 4 Tagen hatte ich es schriftlich: kein Krebs mehr. Ich bin sofort mit dem Zug zu meiner Familie in den Norden abgedampft. Es war saukalt, es bildete sich in den Lymphbahnen Wasser, welches abpunkttiert werden mußte, ich konnte nicht so richtig mit den Enkelkindern spielen. Nach 2 Wochen war keine „Genesung“ zu erkennen. Also zurück nach Essen.

Dann hat mein Doc wieder Hand angelegt und er mußte noch einmal schwer operieren, daß Gewebe vom Kern in der linken Leiste trennen. Er hat geschwitzt und ich habe gelitten ohne bzw. nur örtlicher Betäubung.  Aber dann ging es langsam bergauf. Ich wurde traumhaft betreut. Ich habe in Essen- Kettwig im Landhaus Knappmann in einem wunderbaren, liebevoll betriebenen Hotel gewohnt, wie zu Hause. Das Frühstück war unübertrefflich und Doc Claudio hat mich täglich in seine Klinik gebracht. Abgesehen von den Schmerzen, ist es mir nie besser gegangen. Es war betreutes Wohnen, aber ich war auch Ferngesteuert von Claudio. Mir sind alle Wüsche an den Augen abgelesen worden, nur der Eine nicht: LIMA. Ich möchte endlich wieder weiter meine Reise fortsetzen. Aber ich bin auf einem guten Weg. Eben durfte ich den Schlauch aus meinem Bauch ziehen, morgen früh ist die letzte Durchsicht und dann bringt mich eine Freundin nach Amsterdam. Genau nach einem Monat am 17.2. fliege ich zurück nach Lima. Hudo wartet im Nicolini Museum auf mich. Lili leider nicht mehr. Sie ist weiter gereist. Sie ist jetzt schon in Cusco. Es geht ihr gut und sie überlegt, ob wir uns in Nazca wieder treffen und gemeinsam nach La Paz fahren, dann will sie nach Buenos Aires und ich nach Chile.

Der ungeplante Boxenstop hat mich zwar wieder weit zurück geworfen, aber ich bin überaus glücklich den Krebs wirklich los zu sein und kann nur Jedem raten, einem ungewohnten Pickel Beachtung zu schenken. Es tut mir Leid, daß ich Euch, meine Freunde, so lange im Unklaren gelassen habe und die Presse hat sich einiges ausgedacht, was nicht stimmte. Zum Beispiel hat mein Finger keinen Krebs und Lili ist aus Coburg und war noch nie in Cottbus. Meine Berliner Freunde verzeihen mir hoffentlich, daß ich nicht nach Berlin gekommen bin, aber ich habe bei meiner Abfahrt gesagt: ich fahre mit Hudo gen Osten und ich komme nur mit Hudo zurück. Den Rummel hätte ich auch nicht ertragen und dann wäre ich vielleicht auch nicht wieder aufgebrochen. Viele denken auch, daß ich meine Reise abgebrochen habe, aber meine wirklichen Freunde kennen mich besser. Danken möchte ich allen, die mir Mut zugesprochen haben und mit welch netten Worten sie mich unterstützt haben in der psychisch schweren Zeit, es hat mir sehr geholfen. Danke.

Heute Abend könnt Ihr mich live sehen im rbb in der Sendung Zibb, zwischen 18°° und 19:30°° Uhr.

Schön, daß Berlin mich trotz aller Probleme in der Stadt, noch nicht vergessen hat. Ich habe auch oft Heimweh, aber im Moment nicht, da möchte ich nur in die Wärme und ich bin sicher die beste Medizin ist Hudo. Bald kommen dann auch wieder Fotos und wir können gemeinsam weiter reisen.

Na denn,

alles Gute,

Eure Heidi.

„Fräulein Stinnes gibt Gas“ im WDR

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img_3812Heidi fährt auf den Spuren (in Lima sogar im selben Hotel!) dieser bemerkenswerten Frau. Die spannende Dokumentation über die Pionierin Clärenore Stinnes läuft kommenden Freitag um 20:15 im WDR.

Übrigens trifft Heidi heute in Deutschland ein. Sie fährt nicht nach Berlin (falsche Meldung in der B.Z.), denn in Berlin geht die Weltreise zuende. Vorher stehen aber noch Südamerika und das südliche Afrika in der Reiseplanung. Alle wichtigen Infos gibt’s weiterhin hier im Blog.

 

jetzt bleibt nur noch essen

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Über das Essen kann man in Peru nicht meckern, nicht einmal der Berliner, dessen höchstes Lob es ist, : da kann man nicht meckern.  Es schmeckt, egal Fleisch, Fisch, Gemüse, es ist alles frisch und das Auge genießt mit.  Und die Säfte sind ausnahmslos frisch ausgepreßt, keine Flaschenware. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich nach Peruanischen Restaurants Ausschau halten. Ich kenne bisher Keines. Oder wir lernen ein paar Rezepte.  Liliana Merlin Frevel hat schon mal angefangen einen Vorschlag zu erarbeiten:

Causa

Causa ist eine peruanische Spezialität- ein gefüllter Kartoffelbrei. Es gibt verschiedene Füllungen, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Heidis Lieblingsfüllung ist die mit Hühnchen, meine hingegen die Vegetarische.

Zutaten (1  Portion):

Kartoffelbrei:

  • AjipasteRecepto_Causa_Frevel_03
  • 2 Gelbe Kartoffeln (in Peru ist das eine spezielle Sorte – Papas amarillas)

Ajipaste:

  • gelber frischer Chili
  • Wasser
  • Salz

Füllung Primavera (vegetarisch):

  • 1 Möhre
  • Erbsen
  • grüne Bohnen
  • 1 halbe Avokado
  • Mayonese
  • Saft einer Zitrone
  • Salz

Füllung Limeño:

  • Hünchenbrust
  • 1 Löffel Mayonaise
  • Saft einer Zitrone
  • Salz

zum Garnieren:

  • 1 gekochtes Ei
  • 2 schwarze Oliven

 

Zubereitung:

Ajipaste:
ist eine cremig, scharfe Masse, die in Peru als Grundlage für viele Rezepte verwendet wird.

Ajipaste wird aus frischem gelbem Chilli zubereitet. Die Chillis werden aufgeschnitten, die Kerne entfernt und anschließend 10 Minuten in Wasser gekocht. Nach dem Abkühlen, werden sie geschählt und mit etwas Wasser und einem Schuss Olivenöl fein pürriert. Die cremige Masse wird mit etwas Salz gewürzt.

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Kartoffelbrei:

die gelben Kartoffeln werden gekocht und hinterher geschält zu einem Brei gestampft. Dem Kartoffelbrei wird Ajipaste hinzugefügt und etwas Salz hinzugegeben.

Recepto_Causa_Frevel_34Recepto_Causa_Frevel_05Recepto_Causa_Frevel_02

Füllung Primavera (vegetarisch):

Bohnen und Möhren werden in kleine Würfel geschnitten und mit den Erbsen und der Mayonayse verrührt. Avokado wird in Stücken untergehoben.

Recepto_Causa_Frevel_18 KopieRecepto_Causa_Frevel_08

Schichtung:

Eine Kleine Metalbandarole wird auf den Teller gestellt, auf dem das Gericht serviert werden soll. Nun wird hier zunächst eine Schicht des Kartoffelbreis hineingegeben und mit dem Löffel glattgestrichen. Darauf folgt eine Schicht Füllung und danach noch eine Schicht Kartoffelbrei. Jede Schicht jeweils glattstreichen. Zum Schluss wird die Metalbandarole vorsichtig hochgehoben.

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Ganierung:

Ganiert wird Causa  mit einer Scheibe gekochtem Ei, 2 geteilten schwarzen Oliven und etwas Mayonaise und Ketchup.

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Warum noch in Lima?

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Lili und Heidi
Lili und Heidi
Einige haben es schon geahnt. Etwas stimmt nicht. Heidi muss nach Deutschland in die Werkstatt. Sie fühlt sich prima, ist aber von bösartigem Rost befallen und benötigt eine Hohlraumsanierung. Der Rost muss weg bevor er die ganze Karosserie befällt, sonst gibt’s keinen neuen TÜV für die Fahrerin.
Nach der neuen Planung ist Heidi in 2 Monaten wieder in Südamerika unterwegs. Lili wartet solange und Hudo ist freundlicherweise im  Museo de Autos Antiguos Colección Nicolini (Lima) untergebracht.
Was andere schaffen, kann Heidi schon lange, also macht euch keine Sorgen!
Klarstellung

Die Weltreise wird für einige Wochen unterbrochen, nicht abgebrochen! Heidi lässt sich behandeln (obwohl sie natürlich gar keine Lust dazu hat) und fährt dann weiter. 

der Hudoeffekt

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Die Reaktionen auf Hudo können wir jeden Tag erleben. Ein Oldtimer auf der Straße unterwegs, sind die Menschen hier nicht gewöhnt. Selbst auf der Autobahn und an der Ampel werden wir angesprochen. Wir produzieren gute Laune oder Staunen in die Gesichter der Peruaner.

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Hudo und seine Launen

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Der Berg San Cristobal ist ein Berg mitten in Lima. Wir hatten Ihn als Test für Hudo auserkoren

Nach den langen Wochen im Kontainer wollen wir  Hudos Bremsen und die Kupplung testen. Um uns auf die Anden vorzubereiten, wollen wir wissen, wie sich Hudo an extremen Steigungen verhält. Hoch auf den Berg San Christobal  soll es gehen. Dort gibt es extrem steile Straßen.

Nach diesem Tag weiß ich, was es bedeutet mit Hudo unterwegs zu sein/ was Heidi schon immer sagt: Hudo spielt sein eigenes Spiel, mit seinen eigenen Spielregeln. Wenn er nicht will, dann will er eben nicht. Ein liebenswerter Sturkopf sondergleichen.

Mit Schwung geht es die ersten Steigungen langsam aber stetig hoch. Doch der Bus und das TuckTuck vor uns halten aus uns unbekanten Gründen, sodass wir plötzlich am Steilsten Stück der Straße anhalten müssen. Nur durch anschieben, lässt sich Hudo überreden wieder anzufahren.

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Auf der Hälfte des Berges fängt der Motor plötzlich an unruhig zu laufen. Hudo will nicht mehr, der Motor verstummt und stellte sich stur. Er will einfach nicht mehr anspringen. Herrunterrollen und im zweiten Gang starten funktioniert, aber auch jetzt ist der Motor unruhig. und sobald wir am Fuße des Berges ankommen, weigert sich Hudo weiterzufahren. Selbst beim Anschieben in der Ebene, will Hudo nicht mehr starten.

Schon sind wir die Atraktion in diesem „Pueblo Joven“. Wir werden umringt von vielen Menschen, die entweder nur schauen wollen, oder helfen wollen, oder einfach mal fragen, ob in Deutschland alle Autos so aussehen wie Hudo.

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Wärend viele Zuschauer untätig rumstehen ist Heidi, ein Feuerwehrmann und ein TuckTuck-Fahrer fleißig damit beschäftigt, Hudo auf Herz und Nieren zu prüfen.  Heidi zieht den Choke. und der Motor geht kurzfristig an. Solange nun der Choke gezogen ist läuft der Motor.

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Auch die Polizei ist bald dabei und schaut zu.

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Ein Polizeiauto beginnt uns abzuschleppen, bis zur nächstgelegenen Polizeistation soll es gehen. Doch Hudo reißt sich immer wieder los. Auf der Fahrt richtung Polizeistation stellt Hudo fest, dass er doch gern allein weiterfahren würde, ohne Polizeibegleitung. Und Heidi muss immer seltener den Choke gezogen halten.

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auf den Spuren von Clärenore – Gran Hotel Bolivar

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Carl Axel Söderströhm, der Fotograf von Clärenore schrieb am 3. Juli 1928 in sein Tagebuch: „Callao die Hafenstadt von Lima in Sicht. […] Erst um 16 Uhr sind alle Zollformalitäten erledigt. Fahre schleunigst nach Lima, wo im Hotel „Gran Bolivar“  ein gutes Zimmer auf mich wartet. […]“

 (Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981)

Durch diese Zeilen inspieriert, machen wir uns auf die Suche nach Spuren von Clärenore und ihrem Photografen hier in Lima. Das Hotel existiert bis heute.

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Gran Hotel Bolivar um 1924-1930. Clärenore Stinnes wohnte hier für eine Woche Anfang Juli 1928.
 Gran Hotel Bolivar 2016. Im Jahre 1930 wude es um 2 Stockwerke aufgestockt.
Gran Hotel Bolivar 2016. Im Jahre 1930 wude es um 2 Stockwerke aufgestockt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Victor Rodriguez der heutige Manager des Hotels ist sehr hilfreich und erzählt uns von der Geschichte des Hotels. Er wusste bisher nichts von Clärenore Stinnes, doch ist sehr an der Geschichte von ihr interessiert. Er hilft uns beim recherchieren. Er wühlt sich momentan durch die Archive, um das alte Gästebuch von 1928 zu finden.

 

 

 

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Alle Möbel und Zimmer sind immer noch von 1924 und dieser Stil wird nicht durch moderne Elemente unterbrochen. Betritt man dieses Hotel, bekommt man das Gefühl die Zeit sei seit 1928 einfach stehen geblieben. Dadurch könnnen wir nun durch die langen Flure schreiten, und uns vorstellen: “ Hier ist Clärenore auch schon entlaggehuscht. Hier hat Söderström geschlafen.“

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liebe grüße aus Lima

Lili

Hudo ist wieder unter uns

Video Gepostet am Aktualisiert am

Hudo darf nun endlich Peru unter seinen Rädern spüren. Hier sieht man seine ersten Schritte in Südamerika.

 

Das Begrüßungskomitee ist begeistert.

Warten auf Hudo

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Einmal werden wir noch wach, heißa dann ist Hudotag.

kein Schnee, dafür Sonne

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Lima_Frevel_9Weihnachtszeit ist nun endgültig vorbei auch hier in Lima. An dieser Straßenbanderole sieht man wie die Limeños sich die Weihnachtszeit vorstellen…

Sie wünschen sich eine weiße Weihnacht. Von Schnee aber weit und breit nichts zu sehen.

 

lieben gruss aus Lima

Lili