Letzte Event-Updates

Äquator überquert: Kompass springt von S auf N

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heidi-heuteÜber die Satellitenkommunikation der Golden Karoo kam am 21. Januar eine Nachricht von Heidi. Sie schreibt uns:

Heute ist ein denkwürdiger Tag.

Clärenore wäre 116 Jahre alt geworden.
Heidi hat vor einem Jahr die Krebs OP überstanden und ist kerngesund.

Der Schiffsmotor ist zur Probe ausgeschaltet worden, wir sind nur noch mit 2 kn dahingeschliddert, und wieder angesprungen, und wir fahren wieder mit 14,2 kn. Seit einer Woche nicht ein Schiff gesehen.

Alarm, alle in die Boote. Schwimmweste an, ein heilloses Durcheinander.

Barbecue, um Punkt 18:30 Uhr zu Beginn, fängt es an in Strömen zu gießen. Schnell haben die Matrosen eine Plane über das Deck gezogen, die aber bald zerriss. Damit fiel der Grillabend ins Wasser. Bei dieser Aktion ist Spotti aus Versehen mit abgedeckt worden. Nach einigen Gläsern Wodka (die Mannschaft besteht nur aus Polen) habe ich keinen Rundgang mehr gemacht. So ist Spotti wohl irgendwann ausgegangen. Ich habe es erst am Morgen festgestellt und bitte um Entschuldigung.

Zeitumstellung auf der Golden Karoo, es war ja nicht mehr zum aushalten, morgens um 8:30 Uhr geht endlich die Sonne auf. Früstueck um 7:30 Uhr im Dunkeln.

Langsam passen wir uns Europa an. Noch eine Woche kann ich an der Reling im Tshirt stehen bei 32 Grad. Im Schiff ist es kalt, dank der Klimaanlage. Aber draußen ist es herrlich warm. Die Sonne brennt und es sind 32 Grad im Schatten. Wie lange wohl noch, in 4 Tagen sind wir auf der Höhe von Dakar.In Vigo wird mich wohl der Schock treffen. In Walvis Bay hat mir der Rallyefahrer eine Firmenjacke geschenkt. Damit kann ich überleben.

Der Äquator ist am 20.1. um 15:57 Uhr überquert worden, es hat nicht gerumpelt, aber auf mein Bitten hin, ein kurzes Signal. Der Kompass ist von S auf N umgesprungen und zählt hoch anstatt runter. Ich wollte eine Flaschenpost senden, ist aber verboten.

Halbzeit und 11:30 Uhr ist Mahlzeit. Wie ihr seht ist es aufregend auf See. Steuerbordseite, grün, sollte ein Schiff auftauchen, war aber nicht zu sehen.

Ansonsten ist noch erwähnenswert, dass wir abends alles verdunkeln müssen, damit die Piraten uns nicht sehen. Es hat gestern eine Attacke auf ein Schiff in unserer Nähe gegeben, an der Elfenbeinküste. Hinter dem Äquator herrschen nun andere Wind- und Strömungsverhältnisse. Wir fahren nur noch mit 12 kn.

Der Pilot sagt, dass wir am 29.1. abends in Vigo anlegen. Super, da kann ich gleich am Montag Morgen loslegen.

Rückkehr nach Europa nach über 2 Jahren

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Heidi und Hudo verlassen demnächst Afrika, und zwar mit dem Containerschiff Golden Karoo. Mit diesem Link

http://www.marinetraffic.com/en/ais/home/centerx:17.9791/centery:-33.49905/zoom:8/mmsi:538090452/shipid:716148

kann man die Fahrt verfolgen. Ab Ende Januar gehts durch Spanien und Frankreich (vielleicht Portugal) in Richtung Heimat. Die Route steht noch nicht fest. Wen kann Heidi auf dem Weg besuchen? Gibt es Ideen, Kontakte? Unterwegs mit dem Frachtschiff wird Heidi kein Internet empfangen, aber ab Vigo ist sie wieder online. Man kann ihr unter meet.heidi.along.the.way@gmail.com direkt schreiben oder ein Kommentar hinterlassen.

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Clärenore Stinnes – wer kennt sie noch nicht?

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Heidi wurde inspiriert durch und fährt auf den Spuren der zähen Abenteurerin Clärenore Stinnes. Wer ihre Geschichte noch nicht kennt, hier ein interessanter Bericht.

Wie geht’s Heidi in Südafrika ?

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seapointHeidi schreibt uns nicht immer, aber wer direkt fragt, bekommt auch eine Antwort. Alexander schrieb ihr und bekam diese:

„Danke, Alexander, daß DU wenigstens verstehst, daß ich nur mit Hudo und nur von Westen nach Berlin zurück kehre. Ja, es geht mir sehr gut. Wem ist es schon vergönnt jeden Tag den Tafelberg live vor Augen zu haben. Wenn morgens mal nicht die Sonne scheint, dann spätestens mittags. Aber da erst Frühling ist, braucht man immer noch ein Jäckchen. Aber ich bin nicht glücklich. Ich schwirre so im luftleeren Raum herum und komme nirgends an. Ich habe ein Bett, aber kein Zuhause. Ich habe viele Freunde und Bekannte, aber nicht meine Familie und besten, langjährigen Freunde. Ich habe keine Arbeit die mich mein Leben lang erfüllt hat, nur hier und da Handlangerarbeiten. Der Sinn meiner Weltreise ist etwas vernebelt, denn es sollte jeden Tag vorangehen, wie bei einer Rallye, jetzt bin ich schon längst adW, aus der Wertung. Ich kann nicht Urlaub machen, weil ich innerlich nicht frei bin. Könntest Du Urlaub machen und Dich amüsieren, Alexander, wenn Deine Frau neben Dir schwer krank ist? Ich weiß, das ist ein übertriebener Vergleich, aber mir geht es so. Zwillinge sind so. Aber nun zu Deinen Vorschlägen. Der Reservemotor ist im letzten Jahr in Melbourne, Ferntree Gully von Mikel Martin und seinem Freund Colin astrein überholt worden. Ich habe nie auf ihn zurück gegriffen, weil ich im Hinterstübchen immer „Afrika“ das große Ungewisse hatte. Nun ist es soweit. Der Motor ist schon in Johannesburg, kommt aber nicht durch den Zoll, weil er gebraucht ist. Man möchte nur neu, so wie in Japan. Das dauert jetzt halt noch ein bisschen und es ist schade, weil im Moment so schöne Veranstaltungen sind an denen ich mit Hudo teilnehmen könnte. Und das Wetter in Namibia und Botswana noch nicht zu heiß ist. Aber ich bin ja Kummer gewohnt. Wenn ich denn dann für 3 Monate gen Norden fahre, wird der andere Motor mit neuen Kolben aus USA fachgerecht repariert und das, höre und staune, in AFRIKA, wo die Chilenen gesagt haben, da hilft Dir keiner mehr. Haha. Ich nehme dann beide Motoren im Container nach Spanien mit und lasse einen bei einem netten Opel Kollegen in Vigo.“

Wollt ihr Heidi auch schreiben? Benutzt das öffentliche „Kommentieren und Diskutieren“. Es wird garantiert von unserer Weltreisenden gelesen. Wer mag, bleibt anonym.

Audiobericht aus Kapstadt

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Heidi hat uns ihre Neuigkeiten aufgezeichnet. Bitte schalten Sie ihre Lautsprecher ein, klicken Sie auf PLAY und lehnen Sie sich 12 Minuten lang zurück.

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Hinterlegt ist die Aufnahme mit einer Aufzeichnung eines Computerbildschirms, der die Instagramphotos von Heidi chronologisch durchklickt. Wie Sie sehen, erläutert Heidi fast jedes Photo mit einem Text. Probieren Sie es selbst mal! Gehen Sie auf instagram.com/heidihetzer . Wer mag, kann sogar eigene Kommentare hinzufügen, sofern man einen Instagram Zugang hat. (Das ist nicht kompliziert und man kann Anonym bleiben.)

Zwischen zwei Kontinenten – Tonaufnahme

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Heidi und Hudo vor 3 Tagen, nähe Santiago, Chile

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Vielen Dank an Oliver! Nun haben wir endlich mal einen typischen Ausschnitt aus Heidi’s Alltag auf der Weltreise, den wir im Blog miterleben können.

 

Weiter durch Chile

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Heidi schreibt: Die erste kleine Ausfahrt hat Hudo bestens gemeistert. Vor allem habe ich seit langer Zeit mal wieder eine Bremse. Der Motor läuft super, anders als nach der Überholung in Charlotte USA. Da war ein Geräusch bei höherer Drehzahl. Das sei normal, wurde mir gesagt und würde nach der Einfahrzeit leiser werden. War aber nicht so. Im Moment bin ich überaus glücklich.

Marla fügt hinzu: Heidi’s GPS zeigt ihren Fortschritt durch Chile. Rund 4 Wochen wurde sie in Vina del Mar von den Mitgliedern des Club de Automoviles Antiguos betreut. Sie hat großes Glück, endlich wieder an Fachleute geraten zu sein. Gute Fahrt, aber bitte l a n g s a m, Heidi!

Weltkarte, erstellt von Hagen Jensen
Weltkarte, erstellt von Hagen Jensen

Rückschlag

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Hallo liebe Freunde,
bevor Ihr Euch zu früh freut :  ich bin zurück in Mendoza In der Werkstatt. Als ob ich es geahnt hätte. Alles lief wieder gut . Hudo schnurrte seidenweich. Ich hatte einen Termin bei einer großen Zeitung. Sie haben ein Interview  über die Reise und den Diebstahl mit mir geführt, in der Hoffnung, daß ich mein Tagebuch und Pass zurück  bekomme. Mit Hudo war ich nicht mehr alleine, er parkte vor der Hotel Tür und ich konnte ihn immer wieder streicheln und mit ihm an meiner SEITE, war ich wieder wer. Nachmittags verließ ich Mendoza, um wenigstens 100 Km zu schaffen. Aber nach 40 Km kam das mir nun
schon bekannte Geräusch wieder:  Lagerschaden. Sofort habe ich den Fahrbetrieb eingestellt und mich in die Werkstatt zurück schleppen lassen. Eines der Pleuellager, die ich aus Santiago mit dem Bus geholt hatte war die Einlage völlig zerrieben. Man kann die Babbitts hier in Argentinien und auch in Chile  nicht neu einlegen lasen. Und auch wenn, dann muss ich doch damit rechnen, daß die anderen Pleuel, die dasselbe schlechte Material haben, auch bald kaputt gehen.
Im Moment ist aus dem Genuss  der Reise  eine Qual geworden. Morgen kommt ein deutscher Student mit mir in  die Werkstatt zum Übersetzen.
Hoffentlich gibt es doch noch eine technische Lösung, aber für wie lange halte ich das noch durch? Ich wähnte mich heute schon fast in Chile,  da ist das billige Zimmer ohne Fenster keine Aufmunterung. Wenn ich dann an Clärenore Stinnes denke, muss ich aber dankbar sein, denn sie hat hier in der Nähe in einer Lehmhütte auf Stroh geschlafen.
Morgen ist ein neuer Tag, der 13.,  für mich eine Glückszahl.
Gute Nacht, bzw. Guten Morgen!
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Weiter auf die Nr.7 Richtung Santiago

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Hallo liebe Freunde,
nur schnell die freudige Nachricht, daß Hudo wieder sprechen kann. Er singt so schön und leise, wie seit langem nicht mehr. Aber ich mag das gar nicht mehr sagen, weil ich so oft, so positiv geschrieben habe und nach kurzer Zeit, standen wir schon wieder in der Werkstatt.
Da sich die Presse nicht für mich interessiert, fahre ich morgen weiter. Ich muß auch aus diesem Mendoza raus. Die Menschen sind hier sehr ernst, man hat das Gefühl, sie interessieren sich für nichts und sie haben alle große Probleme.
Meine Straße ist die Nr.7 Richtung Santiago. Aber wie kann es anders sein, der Winter ist eingezogen. Es ist kalt und morgen und übermorgen soll es schneien. Das ist nicht günstig für mich, wenn ich zum Christo Redentor fahren will. Aber stur, wie ich nun mal bin, werde ich es doch probieren.
Ich lasse es langsam angehen und habe ja ein Dach über dem Kopf.
So richtig freuen, kann ich mich nicht, daß Hudo nach 2 Wochen wieder startklar ist, der Schock mit dem Diebstahl sitzt wohl noch zu tief.
Gruß,
Heidi
Heidi Mendoza

 

Hotel Ferro Carril Puno

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Der Blick über Puno fasziniert uns. Nach einer längeren Fahrt immer weiter hinauf durch Serpentinen öffnen sich plötzlich die Felsen vor uns und geben uns den weiten Blick frei auf den Titicacasee und das davorgelagerte Puno.

Am 17 September 1928 schreibt Söderström: „Wir laden den Wagen ab und beziehen Quartier im Hotel „Ferro Carril“. Müssen hier in Puno bleiben, bis das neue Differenzial aus Deutschland kommt.“

Genau 2 Monate später am 17 November kommt endlich das ersehnte Ersatzteil. Solange mussten die beiden in diesem von ihnen bezeichneten Loch verbringen und die Zeit tot schlagen.

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das Einstige Hotel „Ferro Carril“ dient nun der Hochschule von Puno als Lehrveranstaltungsgebäude.

Das erste was Heidi und ich hier in Puno aufsuchen ist das „Hotel Ferro Carril“ direkt gegenüber vom historischen Bahnhof, an dem die beiden mit ihrem Adler von Arequipa angekommen sind.

Wir müssen leider feststellen, dass das Gebäude „Ferro Carril“ seit 7 Jahren kein Hotel mehr ist, sondern an die Hochschule verkauft wurde. Nun büffeln hier angehende Juristen.

1960 wurde es modernisiert und verlor in dem Zuge das originale Aussehen.

Ich treffe mich mit Herrn Passano, dem letzte Besitzer des Ferro Carrils, um mich näher über das Hotel zu informieren. Seine italienischen Großeltern Augustin und Cecilia gründeten das Hotel 1899. Bei Ihnen wohnten damals Clärenore und Axel. „Der Gastwirt und seine Frau waren gute und ehrliche Leute, hatten aber von Reihnlichkeit keine Ahnung. […] Das schönste war der Ausblick von unseren Zimmern auf den Titicacasee. Täglich gegen abend ballten sich schwarze Gewitterwolken über dem See zusammen und entluden sich in zuckenden Blitzen mit gewaltigen Donnerschlägen.“ So schrieb Clärenore in ihr Tagebuch.

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Diesen Ausblick hatten Clärenore und Axel aus ihren Zimmerfenstern des Hoteles Ferrocarril im Jahre 1928
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Heute ist der Ausblick auf den Titicacasee durch ein großes Kaufhaus verbaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitat 1: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.217
Zitat 2: Clärenore Stinnes/ Im Auto durch zwei Welten: Die erste Autofahrt einer Frau um die Welt 1927 bis 1929 /Promedia Verlag/ S.210

Bild: Ausblick auf den Titicacasee fotografiert von Axel Söderström. Bereitgestellt von Alexander Fischbach

Hudos Husten in Sicuani kurriert

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Hudo hatte schon seit einiger Zeit ein Leiden. Er mutierte schon fast zum Tracktor. Denn jede Beschleunigung begleitete ein lautes Klopfen im Motorraum. Der Plan bis La Paz weiterzufahren, um dort eine Werkstatt aufzusuchen, wurde uns  zu riskant, denn das Geräusch nahm immer mehr zu.

Heidi vermutete einen Lagerschaden. Es ist faszinierend, wie gut sie ihren Hudo kennt, und wie gut sie ihn immer wieder einschätzen kann.

Wir stehen nun in einem Werkstatthof, müssen über Lehmpfützen springen und suchen hier in Sicuani, einem kleinen Andenstädtchen einen Mechaniker der uns weiterhelfen kann. Auf diesem lehmigen Hinterhof stehen viele LKWs und Autos herrum, die auf eine Reparatur warten, oder gerade repariert werden. Unter manchen schauen jeweils ein paar Füße hervor. Hebebühnen oder andere moderne Werkzeuge gibt es hier nicht.

John der Werkstattmeister will uns helfen. Er ist sehr fleißig und befolgt Heidis gute Ratschläge, da er einen Hudson noch nie von unten gesehen hat. John und seine Helfer arbeiten schnell und zügig. sie liegen unter Hudo.

 

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An zwei Pleulen ist jeweils ein Schäufelchen abgebrochen. Heidi hat passende Ersatzteile dabei.

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In der Ölwanne findet zunächst Heidi einen der beiden vom Pleul abgebrochenen Schäufelchen. Die Suche nach dem zweiten blieb leider erfolglos. Doch seit dieser Notfallreperatur vor einigen Tagen in Sicuani  läuft Hudo problemlos.

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Am Ende der Reparatur schauen drei Paar Füße hervor, da die Ölwanne gefüllt mit Öl wieder montiert werden musste.

 

lili

Caravelí, die Ruhe die wir fühlen

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Um den Roten Faden der Reise mit der Vergangenheit nicht zu verlieren, werde ich nocheinmal in Caraveli ansetzen.
Denn dort haben Heidi, Hudo und ich soviel erfahren und erlebt, es wäre schade es unter den Tisch fallen zu lassen,
auch wenn es schon ein wenig Zeit her ist.

Der frühe Sonnenstrahl der Morgensonne beleuchtet das kleine beschauliche Dorf in den Anden. Ein Hahn kräht, die Glocken leuten um sieben. Wir stehen auf dem Dach und erblicken das erstemal Caravelí bei Tag und von oben. Wir genießen die Ruhe. Eine angenehme Athmosphäre herscht hier.

Wir haben im Vorfeld viel über  dieses Dorf in dem Tagebüchern von Axel Söderström und Clärenore Stinnes gelesen, denn der Weg hier her, und von hier nach Oconja war für beide um 1928 eine Qual, da es keine Straßen, sondern nur Eselpfade gab.

Im Gespräch mit den Dorfbewohnern, kommen wir Cläronore und der Zeit von 1928 ganz nah.

Gruss Liliana

Hier sind ein paar fotografische Eindrücke aus Caravelí:

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die Glocken von Caravelí

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Caraveli_IMG_4160„[…] Da höre ich in der Ferne Glocken läuten, das Schönste, was ich seit langem gehört habe. Ich folge dem Klang, und wenige Minuten später laufen mir die Bauern aus dem Dorf entgegen.“ So schreibt Söderström am 3 August in sein Tagebuch. Es ist der magische Moment, den die beiden erleben, nach dem sie endlich die Talfahrt nach Caravelí beginnen können.

Wir empfinden die Talfahrt nach Caraveli auch als etwas besonderes. Wir erreichen den höchsten Punkt der Strecke und wissen, dass es nun nur noch bergab geht. Unter uns liegt ein Tal in dem wir Caravelí vermuten. Doch es dämert schon und Nebel liegt im Tal. Das weiche Licht wirkt fremd und schön zugleich.

Wir fahren von hier hinunter in den Nebel, und 14 km später erreichen wir den kleinen Ort. Es ist dunkel geworden. Auf der Suche nach einer Unterkunft, treffen wir  eine schlanke Frau am Strassenrand, die mit einer selbstverständlichkeit auf Hudos Trittbrett springt, um uns zu einem Hotel zu lotzen.

Die Glocken die Söderström damals hörte existieren noch heute. Nur der Glockenturm und auch die Kirche ist eine andere. Denn bei einem Erdbeeben um 1960 wurde die Kirche mitsammt Glockenturm zerstört. Doch die Glocken wurden danach in den Neuen Turm wieder eingehängt.

 

Zitat: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.200

Durch Tag, Nacht und Nebel nach Caravelí

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Ins Landesinnere Richtung Caravelí rollt der Wagen. Entlang eines Flussbettes schlängelt sich die Straße in die Berge. Zunächst lange grade Strecken mit leichter Steigung. Doch diese denkt nicht daran flach zu bleiben. In Serpentinen schleicht Hudo hinauf. Er hält sich tapfer.
Es dämmert schon. Nebel zieht auf und verängt unsere Wahrnehmung. Alles wirkt geheimnisvoll und etwas düster.20

Die Landschaft wirkt kahl nur im vertrockneten, steinigen Flussbett steht vereinzelt ein Strauch- ein Stück Leben in dieser Einöde, in der sonst nichts zu  gedeihen scheint.

und immer höher führen uns die Serpentinen. Hudo schnauft. der Motor läuft unruhig. Wir rechnen immer wieder nach, um wieviel Uhr wir Caravelí erreichen werden.

Caraveli hat nur  eine Zufahrtsstraße, für uns eine Sackgasse. Doch wir fahren dies Strecke, um Cläronore und dem Herrn Söderström noch näher zu kommen, denn die beiden schleppten sich genau hier hoch nach Caravelí, nachdem der Küstendampfer Olga, auf den sie 4 Tage am Naturhafen gewartet hatten, einfach vorbeigefahren war, ohne dort anzulegen und sie mitzunehmen.

Diese Strecke, die wir in 3 Stunden zurücklegen, war für Stinnes und Söderström eine der schrecklichsten Streckenabschnitte ihrer Weltumrundung. Denn um 1928 war noch keine Straße vorhanden. Ihr erster Versuch scheiterte und sie mussten zurück nach Atico. Dort lernten sie zwei Geistliche des Dorfes kennen, die “ […] das Dorf zu einer Prozession mit anschließender Predigt zusammenrufen. Dabei reden sie allen Gläubigen ins Gewissen, daß es Christenpflicht sei, uns zu helfen. Zwischen jeden Psalm werden die Menschen zur guten Tat ermahnt, uns den halben Weg nach Caravelí zu begleiten.“

Somit begleiteten sie 22 Männer mit Pferden und Reiteseln. Diese halfen mit, das Auto durch das steinige Flussbett und dann die Berge hinauf zu ziehen.

Liliana

Zitat: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.196

Vergangenheit und Gegenwart verfließen

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Vom Hafen fahren wir zurück Richtung Atico. Puyanca heißt dieser Küstenstreifen. Hier hatte damals um 1928 ein Straßenbaucamp sein Lager aufgeschlagen, um die Panamericana in diesem Küstenabschnitt zu realisieren. Stinnes und Söderström waren hier willkommen. „Der leitende Ingenieur Tamayo lud uns ein, mit ihm zu teilen, was er besaß: eine Welblechhütte und Dynamitkisten, auf denen wir unsere Bettstatt errichteten.“

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Heidi, Hudo und ich fliegen über die Panamercana, und denken immer noch an Clärenore. Neben der Straße entdecken wir manchmal zwischen den Felsen schmale Maultierpfade oder alte Straßen und überlegen, wo sie wohl entlanggefahren ist und wie schwer sie es hatte. In diesen Gedanken vertieft, entdecke ich plötzlich eine mir bekannte Felsformation. Sofort fällt mir ein Bild ein, welches ich im Tagebuch Söderströms gesehen hatte.

Das Buch auf den Knien, und immer wieder hochschauend vergleiche ich die Felsformationen, wärend Hudo sich geduldig  langsam fortbewegt. Irgendwann kommt der Punkt, wo die Realität mit der Vergangenheit fast übereinstimmt. Nur die Perspektive stimmt noch nicht ganz.

Heidi und ich kraxeln in die Berge um etwas Höhe zugewinnen und die Perspektive auf die Dinge zu verändern, immer mit einem aufgeschlagenen Buch in der Hand.

Hudo muss unten bleiben und warten.

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Dieses Bild fotografierte Axel Söderström auf dem Weg zwischen dem Naturhafen von Atico und dem Ort Atico im Juli 1928
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die gleiche Sicht auf die Küste vor Atico 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 Bildquelle/ Zitat: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.194/195


Liliana

Clärenore so nahe

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„Die Nacht war von phantastischer Schönheit. Der Vollmond beleuchtete silberhell die Felsenlandschaft […].Das Meer lag tiefblau in der Bucht […].
Wenn wir jetzt hier statt auf Dynamit auf der Terrasse eines großen Hotels sitzen würden und nicht im schmutzigen Arbeitsanzug, sondern im Smoking und Gesellschaftskleid an gedeckter Tafel, dann würden wir sagen:
>Wie schön ist doch das Meer und der Mond!< und >Kellner, eine Flasche Heidsieck Monopol!< So aber betrachten wir unsere schwarzgeränderten Fingernägel und spucken in den Sand.“ So beschrieb Stinnes die Nächte am Naturhafen, in denen sie auf den Küstendampfer Olga warteten.

11Wir fragen uns natürlich, wie ist die Situation heute nach 88 Jahren. Steht dort heute ein großes Hotel, wie es sich Stinnes ausgemalt hatte?

Wir fragen Walter nach dem historischen Naturhafen von Atico. Dieser musste nicht lange überlegen und begleitete uns in die Bucht in der Stinnes und Söderström 4 Tage auf den Küstendampfer Olga gewartet hatten und sich ihre Zeit „[…] durch fischen mit Dynamit vertrieben.“ Hier fanden sie zu ihrer Zeit nur „einen primitiven Landungskai mit einer zerbrochenen Seilwinde“ vor.

 

Was wir hingegen vorfinden ist ernüchternd. Kein idylischer Ort, kein prunkvolles Hotel, sondern eine stinkende Fischfabrik.
Am Landungskai werden die Fische von den Fischtrawlern angeliefert und direkt gewaschen und gehäutet und für den Abtransport vorbereitet.
Direkt in der Bucht befindet sich auch die Produktionsstätte für Fischmehl.
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Heidi und ich betrachten alles ganz genau, weil wir genau wissen, das hier Clärenore und Axel an dem kleinen Strand der Bucht gesessen und über das Leben und die weitere Reise philosophiert haben.
Wir können die begrabene Schönheit erkennen, die Clärenore in ihrem Tagebuch beschreibt und sind ergriffen, dass wir diesen Ort gefunden haben und  traurig, was daraus geworden ist.

Wir fühlen uns plötzlich Clärenore so nahe, mitten in diesem Treiben und dem Gestank.

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gruß Lili

 

Zitate aus: Söderströms Photo-Tagebuch 1927-1929/ Wolfgang Krüger Verlag/ 1981/ S.195

das alte Atico

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Wir erreichen den Ort Atico.
Von Yauka bis hier hatten Stinnes und Söderström 3 Tage gebraucht.
Mit Hudo fahren wir diese Strecke in weniger als 3 Stunden.

1954 wurde hier in Atico die Panamercana fertig gestellt, aber im Bau war sie schon um 1928.
Es entstand ein neues Atico unten an der Küste, direkt an der Panamericana, aufgrund besserer Verkrehrsanbindung.

Das alte Atico liegt wenige km vergessen im Hinterland. Viele Häuser sind hier verfallen. Der Ort wirkt ruhig und bescheiden.

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Hier begannen schreckliche Zeiten für Clärenore und ihren Begleiter. Denn ab hier konnten sie nicht weiter an der Küste entlang fahren, denn ein großes damals unpassierbares Steinmassiv blockierte den Weg. Ein Umweg über Caravelí, welches auf ca. 1800 m liegt musste in kauf genommen werden.

01Nach Caravelí gab es um 1928 bloss Maultierpfade, deshalb mussten die beiden einige Zeit in Atico bleiben, um die beschwerliche Reise in die Berge gut vorzubereiten.
Heidi und ich sitzen am alten Marktplatz unter einem uralten Baum, und stellen uns vor, das auch hier Clärenore und Axel gesessen haben und den weiteren Verlauf der Reise geplannt haben. Wir möchten in den nächsten Tagen, mehr darüber in Erfahrung bringen, wie Clärenore diesen Abschnitt der Reise bestritten hat.

Wir treffen hier in Atico den 74 Jährigen Walter Carranza, der uns viel über die Geschichte seines Heimatdorfes Atico erzählt und uns weitere Kontakte gibt, für unsere Recherche. Er sammelt alles, was mit der Historie seines Ortes zu tun hat.

 

Lili

Am Ende aller Wege

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„Wir sind am Ende aller Wege angelangt. […]“ So schrieb Axel Söderström, der treue Begleiter von Cläreonore Stinnes in sein Tagebuch als sie den Ort Yauka am 17 Juli 1928 durchquerten. Nach Yauka mussten die beiden Reisenden auf Maultierpfaden und durch Sand und Steinwüsten ihre Wege finden.

Auch wir passieren Yauka auf unserem Weg richtung Süden. Doch im vergleich zu 1928 sind hier noch nicht alle Wege zu Ende, sondern es führt die Panamericana, mitten durch den Ort und verbindet Norden und Süden.

 

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Heidis Tasche wird selbst hier in Yauka bestaunt.

Liebe Grüße Lili