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Hudo hat Klopfweh

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20140903_132852 (Kopie)Hallo liebe HHP Fans,

wir haben ja nun schon fast eine Tradition, dass der Morgenreport zum Abendreport wird…

Das hat aber einen handfesten Grund, den ich komme gerade aus der „Krisenkonferenz“ mit ganz vielen anderen zu Hause, Heidi, unserer Werkstatt wo Hudo aufgebaut wurde bei Timo und Jan und so weiter…

Was ist passiert?

Als wir gestern unsere lange Etappe von Urganch nach Buchara (ja genau die Teppichstadt aber eigentlich liegt die im Südwesten Bucharas) fuhren, hatten wir ein Geräusch das Heidi schon ein paar hundert Kilometer begleitet plötzlich immer lauter.

Ein Klopfen, mal mehr mal weniger aber auch mal angsterregend intensiv. Das Auto fuhr ohne Leistungsverlust und „normal“ nur eben dieses ungeheure Klopfen.

Zuerst redete ich mir ein es wäre eventuell ein undichter Auspuff wo das Gas nebenherzischt, aber nicht sooo laut.

Dann hoffte ich noch das die Ventile nur mal eingestellt werden müssen. Aber heute Morgen dann in der pikfeinen Werkstatt von MAN und Chevrolet (wird hier viel gefahren die kleinen Dinger) kam nach Rätselraten mit vielen Köpfen und immer wieder unüberwindlichen Sprachbarrieren die Gewissheit.

Der älteste und erfahrenste Mechaniker (vielleicht auch der mit den geringsten Hemmungen gegenüber der alten Technik..)nahm die Ölwanne ab, prüfte fachmännisch unsere Pleullager und fand dann auch Nr. 7…

Also Schrauben auf und…. man mußte kein Fachmann sein um zu sehen das dieses Lager es hinter sich hatte…

Schwere Abriebspuren und herausgebrochene Metallteile aus der Lauffläche…

Dazu Späne im Öl und das volle Programm.

Jetzt weiß ich auch endlich wie ein Pleullagerschaden bei einem Achtzylinder Reihenmotor klingt….man lernt ja jede Tag dazu allerdings hätte ich auch gerne ein paar Tage mit weniger Wissen auf dem Beifahrersitz verbracht….

Aber es kommt wie es kommt.

Die Technikberatung brachte die Erkenntnis, das wohl ein abgebrochenes Ölschöpfröhrchen an der Unterseite des Pleuels ursächlich für den Ölmangel und anschließende Zerstörung war. Also nicht etwa eine zu hohe Drehzahl oder ähnliches..

Ist schon abgefahren, das da immer nur ein Röhrchen in das Öl der Ölwanne tunkt und dann mit dem erbeuteten „Ölvorat“ das Pleuellager schmiert…Faszinierend… (nein ich habe keine spitzen Ohren).

So und nu? Tja nun brauchen wir eure Hilfe: Wer kennt wen der einen kennt, der uns ein komplettes Pleul für einen 1930er Hudson Eight besorgen, abtreten, finden oder „schnitzen“ kann? Der Ersatzmotor ist ja bekanntlich schon seit dem 3. Tag drin und fällt somit aus…

Es gibt wohl die Möglichkeit eine neue Weichmetalllagermasse auf dem Pleulhälften aufzuspritzen und dann zuzuschleifen.

So wurde das Früher gemacht (wann immer das war…) Wer kennt wen?

Helft Hudo wieder zu Kräften zu kommen und plündert euren Kontaktevorrat.

Und wer hat Erfahrungen im Versenden nach Uzbekistan und der Zollprozedur Oder fliegt zufällig jemand nach Tashkent oder gar hierher und könnte ein Pleuel im Handgepäck mitnehmen??

Ansonsten sitzen wir hier in einem zauberhaften kleinen Hotel bei Bibi und ihrem Bruder im alten jüdischen Viertel von Buchara und lieben es! Allerdings sind wir bis jetzt noch nicht weit vorgestoßen bei der Erkundung der Stadt, da Hudo oberste Priorität hatte..

Grüße aus Buchara

Heidi und Patrik (Hudo schläft in der Werkstatt)

4. Abendreport

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Durch diese „Luke“ geht es auf den schiefen Turm

Gute Nacht Deutschland,

es ist nach Mitternacht und Morgen geht es um 8:00 weiter nach Buchara!

Wir hatten heute in Xhiva einen tollen Guide, der uns (mal wieder im Schnelldurchgang) etwas über die Historie Xhivas, Usbekistans und der Seidenstraße eingetrichtert hat und nebenbei uns die Altstadt von Xhiva zeigte.

Die Stadt ist über 1200 Jahre alt und lag mitten auf der Handelsroute von China nach Europa.

Die 7m dicke Stadtmauer konnte so ziemlich alle Angriffe abwehren, aber dennoch habe hier alle mal geherrscht, Von Dschinghis Kahn, über Perser, die Emire bis zu den Russen so weiter.

Bemerkenswert ist der Schiefe Turm von Xhiva (nein nicht PISA), den ein Stärke 8,2 Erdbeben in Asgarbat angestubbst hat und der immer schräger wird. Teile von dem Ding wo wir und im Inneren hochgearbeitet haben sin wohl 1000 Jahre alt…

Zum Schluß hatte ich etwas Beklemmungen beim herabsteigen da es extrem Eng und Dunkel war und in meinem Kopf ein wenig der Umkippkobold sein Unwesen trieb…Heidi hatte sich zu Feier der Usbekischen Unabhängigkeit in den ihren besten Fummel geworfen und fluchte über den Rock beim emporsteigen…

Auch alle anderen Usbeken waren heute ausnahmslos schick herausgeputzt und die Mädels……..nicht schlecht so ein Mischmasch aus 120 verschiedenen Volksgruppen.

Man merkt förmlich wie das Asiatische hier langsam anfängt auch nach außen durchzukommen.

Wir trafen auch noch andere Globetrotter Wie Tanaka Japaner aus San Francisco seit 3 Jahren on Tour, mit dem Moped, aber er will wohl Ende des Jahres in Japan ankommen, Viel Glück!!

Oder die beiden Franzosen aus Nantes, die uns mit ihren Enduros nach Buchara schon vorrausgefahren sind…

Das Lieblingspielzeug der Emire hier schien das Türmebauen hier gewesen zu sein, den überall gibt es welche. Auch einen unvollendeten, der 80 m hoch sein sollte, aber dann niemals zu Ende gebaut wurde, und das schon vor über 130 Jahren.

Feministinnen werden jetzt was von Phallussymbolen munkeln, für mich sind es einfach tolle Aussichtsplattformen.

Zum Schluß traf Heidi außerhalb der Stadtmauer an dem Hotel wo wir Hudo in Obhut gegeben hatten noch auf eine große Gruppe weiblicher Fans.

Und während ich mir mit unserem Taxifahre und dem Guide in leckeres Abendessen einnahm, hielt Sie Hoff und teilte Geschichten mit und ohne Hudo..

Alle schnatterten, die dazugehörigen Männer hatten sich zurückgezogen aber es war sehr schön für sie die Anspannung der letzten Tage los zu werden.

Ich habe jetzt eine schicke usbekischen Kopfbekleidung und sie eine total tollen Klappkorb..(Ich mach mal ein Foto Morgen um das zu erklären)

Ok mir fallen die Augen zu, ich bin weg

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Und er ist WIRKLICH ziemlich schief
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Blick über die Altstadt
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Dicke Mauern schützen
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Der Unvollendete Turm, 80m sollte er werden

Hudo lebt !

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20140831_144926 (Kopie)Hier nur eine kurze Nachricht um alle die uns die Daumen drücken und mit fiebern zu beruhigen.

Heute Morgen kamen wir um halb zehn zur Werkstatt und Mansur der Chef hatte SUPERARBEIT seit gestern Abend geleistet.

Hudo stand da als wenn nie etwas gewesen war und Mansur hob den Daumen hoch…

Ich schaute ihn fragend an und er erklärte mir das das Getriebe mit der jetzt geänderten Kork- (Propken auf Usbekisch/Russisch) Dicke schon drin wäre.

Ich war ganz verdattert, denn die ganzen Infos die mir alle lieben HHP Fans zugesandt hatten, hatte er ja nicht!

Wir haben dann zusammen auch nochmal die Kupplung vom eingefüllten Öl abgelassen um sie mit der von den Hudsoninsidern empfohlenen Mischung aus 60ml Spezialöl (hatten wir dabei) und 60ml Petroleum (hat Mansur noch schnell am Feiertag besorgt) zu füllen.

Dann die Testfahrt und nach ein paar kleinen Einstell und Wartungsarbeiten FÄHRT HUDO JETZT WIEDER BESSER denn je!!

Wie bereits versprochen bekam er sein Fett weg, ich hab ihm die Schrauben nachgezogen, Öl kontrolliert du alles aufgefüllt.

Das ab gerissen Schloss ist leider unrettbar, aber wir haben für Heidi mit Kabelbindern einen Verschluss gebaut, damit sie im Notfall schnell die Tür öffnen und aussteigen kann!

Der 2. Tank ist auch wieder angeschlossen und hat neue Filter. Wir werden sehen was es bringt, es scheint aber eher ein Problem mit der Haupttankentlüftung zu sein in die die des Zusatztanks mündet… mal schauen, mit so viel Hilfe von euch allen bekommen wir auch das in den Griff.

Ich möchte fast wetten das einer von euch eine Zeichnung der Tankanlage hervorzaubert!!!!

Ok das war nur kurz, wir machen jetzt eine ausgedehnte Testfahrt 80Km nach Chiva/Xhiva. Dort soll es eine tolle Alte Stadt geben und Team HHP braucht auch ein wenig Futter für Geist und Seele.

Heute Abend dann die ganze Geschichte

Patrik out

Hudo ist krank!

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Hallo HHP Freunde einige haben uns ja intensiv verfolgt und haben auch schon mitbekommen was los ist und warum ich heute Morgen keine Zeit zum Schreiben hatte…

Hudo hat es schwer erwischt!

Als Heidi vorgestern Nacht am „Tor zu Hölle“ war, hatte sie sich im Sand festgefahren und bei den Versuchen dort hinaus zu kommen, hat es Hudos Kupplung gekillt. Sie war vielleicht aber auch schon vorher nicht im besten Zustand, denn mir fiel gestern ein, als ich Hudo auf der Tankstelle vor 10 Tagen manövriert hatte, war der Druckpunkt schon verdächtig weit oben…

Aber über den ganzen Zeit und Visastreß und die Nacht im Auto damals habe ich das wohl verdrängt gehabt…

Na egal nu isset so! Wie der Berliner sagt. Sie ließ sich die letzte Turkmenistan Etappe zu Grenze Schleppen und ich habe das SOS gerade noch in Urganch auf dem Flughafen mitbekommen als mir ein anderer Fluggast für 5 Minuten sein WLAN überließ, damit ich meine Mails abrufen konnte und Heidis Position lokalisiert habe.

Was tun sprachs Zeus, also anstatt wie empfohlen mir ein Zimmer in Urganch zu nehmen schnappte ich mir einen Taxifahrer lotste den zur Beeline Telekom Usbekistan in Urganch. Dort überredete die Hotlinemitarbeiterin, die sie dann dort anriefen weil niemand mich verstand, Mir entgegen den Vorschriften als Ausländer DOCH eine SIMkarte mit Internetanschluß für 7 Tage zu überlassen damit ich online kam. VIELEN Dank für das Vertrauen, ich mußte auch hoch und heilig versprechen nichts Dummes damit anzustellen, denn sie hat die Karte auf ihren Namen registriert!! VERSPROCHEN!

Ok online und mit Heidis Position auf dem Handy und mit dem Taxi zur Grenze und zu meiner Freude sah ich Hudo im Grenzbereich stehen . Ich kam nur nicht hin, da ich ja KEIN Turkmenistan Visum in meinem Pass habe.

Der Grenzsoldat in VOLLER Bewaffnung deutete mir auch gleich an das ich mich gefälligst VORSICHTIG zu nähern habe, was ich mit erhobenen Händen und Pass auch tat, während der Taxifahrer wieder 50 Meter zurückfuhr…

Ok ich erklärte ihm dass ich zu Heidi und Hudo gehöre, durfte aber dennoch die rettenden 50 Meter nicht dorthin, konnte Heidi aber immerhin rufen und deuten, das ich sie gefunden habe.

Nach der Grenzabfertigung schleppte sich Hudo gerade so auf die andere Seite und nach einem Versuch ob noch was zu retten war per Kupplungsnachstellen im Sand unter Hudo hängte wir ihn an das Taxi und brachten ihn ins 50 km entfernte Urganch oder Urgench ich weiß bis jetzt noch nicht wie es richtig heiß.

Da es aber mittlerweile Samstagabend nach 18:00 Uhr war und das ganze Wochenende der Nationalfeiertag am Montag gefeiert wird, war es „etwas“ schwierig eine „Klink“ für Hudo zu finden…..

Nach vielen Telefonaten aus dem schleppendem Taxi heraus fuhren wir in eine –Werkstatt wäre zu viel gesagt- aber Reparaturshop auf Usbekisch passt schon eher …

Dort wurde in der Nacht unter abenteuerlichen Bedingungen das Getriebe und die Kupplung aus Hudo herausoperiert und heute Morgen sahen wir uns das Dilemma <> an.

Das Abenteuer wie wir Korken bekamen, und warum nach 10 Stunden das Getriebe zwar wieder drin war und auch alle Teile wieder verbaut waren ….Aber Hudo dennoch nicht „kuppelt“ erzähle ich Morgen!

Gute Nacht

Patrik

Zwei Texte: einer von Heidi und einer von Patrik

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Heidi und Patrik in Tiblisi
Sind das Eberswalder Würstchen?

 

Hier ein uralter Text von Heidi aus Georgien, der jetzt erst durch kam:

Hallo Marla, hier der Abschied von Patrik in Tbilisi in Georgien, leider mussten wir uns heute schon wieder trennen nach 7 Tagen, da Patrik sein beantragtes Visum für Iran nicht bekommen hat. Wir haben uns entschlossen, dass er auf das Visum bis Montag wartet und nach Teheran hinterher fliegt. Wir treffen uns dort wieder. Ich muss bis dorthin alleine fahren, da uns die Zeit weg läuft. In 14 Tagen läuft mein Visum in Usbekistan ab und da kann ich jetzt nicht 4 Tage in Tbilisi warten, das schaffen wir dann nicht mehr. Darum bin ich heute Abend schon mal losgefahren. Ich fahre die Nacht durch, stehe aber jetzt schon lange an der Grenze “ Rote Brücke“  nach Aserbeidschan in einer riesen Schlange an. Patrik hatte in den letzten Tagen mit seinem Magen Probleme und heute war es ganz schlimm. In sofern ist es ganz gut, wenn er sich ein bischen erholen kann.  Im Auto wäre es ein großes Problem für ihn geworden. Er fehlt mir, keine schöne Ansage mehr, wo es lang geht. Das Navi  funktioniert nicht und ein “ Beschützer “ fehlt auch. Mal sehen wie weit ich komme und die 6 Tage werde ich mit meinen 77 Jahren Erfahrung schon bewältigen. Gute Nacht, hier sind wir 2 Stunden nach Eurer Zeit. Heute bin ich schon 3 Wochen unterwegs, aber wie wenige sind das schon von 2 Jahren? Eure Heidi

 

Und ein neuer von Patrik:

20140830_091953 (Kopie)Das ist das tolle an dieser Reise, immer wenn man gerade dachte sich mit der Situation „arrangiert zu haben“ passiert etwas komplett unvorhergesehenes!
So wie eben, meine Knochen schmerzen noch von der harten Wartebank und en letzten Nachtstunden, der Geist ist nur widerwillig wach und der Magen findet ein Frühstück mit Automatensüßkram eher eingeschränkt positiv und eigentlich zähle ich die Stunden um in den Flieger steigen zu können….

Und plötzlich kommen da 50 Männer und Frauen in seltsamen grauen Gewändern herein mit lustigen Strohhüten und alle sehen zwar irgendwie gleich aus, aber jeder ist auf seine Art interessant und alle strahlen eine positive Energie aus, die eine ganze Usbekische Stadt erstrahlen lassen können.

Nach der Überwindung der Sprachbarriere stellt sich die Gruppe als Koreanische Buddhismusgelehrte heraus.
Sie sind auf Studienreise in den äußersten Süden des Landes nach Termiz. Der etwas englisch sprechende Leiter zeigt mir ein Buch mit Bildern über die historischen Kulturgüter des Landes in dem ich mich befinde und ich fühle mich mit einem Mal unvorbereitet!
Diese Koreanischen Geistlichen zeigen mir, was ich alles über die Historie dieser Gegend wissen sollte und stecken mich dabei so mit ihrem Lächeln an, daß ich schlagartig drei Ebenen auf der Gemütsskala nach oben schnelle!
Rd. 50 Männer und Frauen kommen für nur 5 Tage aus Korea hierher um mit ihrem Glauben hier etwas zu bewegen…wow!

Ich wollte euch diese Episode nicht vorenthalten, denn der Rest meiner Bemühungen wieder mit Heidi und Hudo zusammen zu kommen verblasst neben so viel Selbstaufopferung.
Wem auch immer ich für dieses Treffen danken muß… Danke you made my day!

Patrik

Von Baku und wirklichen Freunden

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Ak Altyn (Kopie)Wie gestern berichtet wollte ich mir ein Bild von Baku und den echten Aserbaijanischen Leben machen abseits der Zollkontrollen, Flughäfen und des Hotel.

Die Taxifahrt vorgestern hatte ich ja als sehr beindruckend in Erinnerung aber ich wollte ein wenig hinter das ganze schaue. Als Tipp gab man mir mit die Altstadt von Baku zu besichtigen und es traf sich gut, das diese direkt ans Wasser angrenzt und ich erfahren hatte, das es hier (wie überall auf der Welt am Wasser) einen Yachtclub geben sollte. Ich nahm mir vor vielleicht mit ein paar lokalen Seglern über die Entwicklung in ihrem Land „klönschnacken“ zu können wie ich es bis jetzt überall auf der Welt unter Seglern erfahren hatte.

Also nach der Herstellung der Kommunikationsbereitschaft per Prepaid SIM Karten Erwerb (das mache ich mittlerweile in jedem Land als erstes, denn dann kann mit Tante Google überall helfen) in Richtung Stadtmauer und Altstadt.

Die erste positive Erfahrung, Autos nicht erlaubt und somit freie Bahn für Fußgänger.

Eine sehr gute Idee um den Altstadt zu erhalten und sie ist innerhalb einer komplett intakten Stadtmauer per Pedes innerhalb einer Stunde super zu erkunden.

LEIDER hat man es hier zu gut gemeint, und von dem für uns Europäer gewohnten wirklich altem war fast nicht wirklich übrig, da so gut wie alle Gebäude „generalüberholt“ wurden…

Das sieht dann ein wenig aus wie in Disneyland in USA wenn eine Deutsche Altstadt nachgebaut wird.. nur das hier unter der ganzen Kosmetik noch die jahrhundertealten Gebäude stecken müßten.

Ansonsten gab es jede Menge Souvenirshops und Restaurants die auf Touristen zugeschnitten waren, aber unter chronischem Besuchermangel litten.. Schade!

Also runter zum Park am Wasser. Er trennt die Wasserfront von der Altstadt und den neuen Gebäuden und ist ein tolles Beispiel für verträgliche moderne Architektur FÜR Menschen. Man kann in der kühlen Meeresbrise kilometerlang flanieren, auf den Bänken sitzen und entspannen. Ab und zu gibt es kleine Sportstätten, Freiluftarenen und Kulturangebote alles schön grün und großzügig. In New York muß man dafür weit fahren, hier hat man es im Herzen der Stadt. Ich war versöhnt und machte mich auf zum nahegelegenen Yacht Club.

Am Eingang der Guard war mit meiner Karte vom Segelclub zu besänftigen, aber dann machte ich den strategischen Fehler und statt direkt zum Clubhaus zu gehen ging ich zum erstbesten Segelboot (von nur dreien …) und fragte nett nach dem Manager, erklärte ihm, das ich Segler aus Deutschland bin und bat ihn mir mehr über den noch jungen Club und die Segelei in Baku und Aserbaijan zu erzählen. Schließlich wollte ich ja auch internationale Bande knüpfen.. so machen wir Segler das normalerweise auf den ganzen Welt…..

Nur nicht in Baku. Er erklärte man hätte hier kein Interesse an Ausländern und ich solle doch meiner Wege ziehen…. Zweiter Anlauf mit dem Verweis auf die weltweite Seglerkameradschaft….nix da ! und Tschüss

Mal sehen vielleicht suche ich mal raus ob es hier einen Seglerverband gibt oder einen Regattasegler der schon International in Erscheinung getreten ist und frage mal höflich nach was denn hier anders ist…

Abends traf ich endlich Asmer, die ich mit ihrer Familie in Tiblisi kennen gelernt hatte, die hier in Baku wohnen und mit der ich schon seit Tagen in Emailkontakt stand und ich nun doch noch treffen konnte.

Sie zeigte mir IHR Baku bei Nacht und es war ein WIRKLICH toller Abend der „über“ Baku endete mit einer umwerfenden Aussicht vom Denkmal für die Gefallenen der Revolution 1991. DANKE Asmer, du hast Baku für mich wirklich zu etwas Besonderem gemacht!!

Heidi ist Gestern super voran gekommen und sogar an der Grenze nach Turkmenistan hat es scheinbar nicht lange gedauert, jedenfalls hat sie in Asgabat übernachtet und dank unseres fleißigen Bloglesers Hagen Jensen habe ich sogar Nachts noch eine Email mit einem Bild ihres Hotels bekommen! Da war ich echt baff!

Momentan (12:20 local) zeigt der Tracker sie noch immer dort und ich hoffe das alles OK ist. Ihre Iranische Internetkarte funktioniert dort nicht mehr, aber noch habe ich keine schlechten Nachrichten bekommen du das heißt eigentlich es ist immer alles noch im grünen Bereich!.

Grüße aus Baku, heute Abend geht es per Flieger nach Tashkent Usbekistan und dann 12 Stunden später weiter nach Urganch. Keine Ahnung wie es da so ist und wo ich wohne, aber das wird sich schon finden. Wenn dann alles klappt wird am 1.9. das Team HHP wieder zusammen sein und die Tour durch Usbekistan zusammen aufnehmen.

Sobald ich dort online bin werde ich einen Bericht schreiben. Im Moment überwiegt die Zuversicht, aber das kann sich ja hier schlagartig ändern wie ihr gesehen habt….

Patrik out

Ruhe in Baku vor der Fahrt nach Osten

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Baku am Morgen
Baku am Morgen

 

Heute Morgen ist ein guter Morgen, ich erwachte ausgeschlafen und mit der das die Reise von hier gesichert ist.

Hier in Baku habe ich mir vorgenommen die sehenswerte Altstadt anzuschauen, auch wenn die ganzen neuen Gebäude einen hier ziemlich überwältigen. Hier kann man sehen wie man die Petrodollars auch einmal anders investieren kann als in den Wohlstand einiger weniger Oligarchen, während das Volk davon nix hat.

Nicht dass es hier nicht auch eine große Bandbreite an Lebensstandards gäbe, aber auf den ersten Blick würde ich sagen, sorgt man sich um Infrastruktur und Lebensqualität für alle.

Ich habe glaube ich noch nie so saubere Straßen und Häuser gesehen wie hier, sorry aber selbst im Ländler mit seinen „Kehrwochen“ ist das nicht vergleichbar. Ich muss mal sehen ob ich einige von den vielen „Heinzelmännchen“ zu Gesicht bekomme die für all dies sorgen.

Nochmal zu Gestern,

ich habe es ja nur sehr kurz beschrieben, aber die Situation war für mich wirklich ernst, denn der Transitbereich ist zwar mit allen tollen Marken des Kapitalismus gesegnet, aber wenn man nicht mal Geld hat um sich Wasser und etwas zu Essen zu kaufen nicht Telefonieren kann und weiß das niemand eine Ahnung hat wo man selbst ist, denn der Fahrer draußen konnte nicht wissen was passiert ist, ist es sehr beunruhigend.

Die Aussicht 54 Stunden ohne Pass auf eine Bank zu leben, unsicher ob man ev. doch in den Iran abgeschoben wird und ohne Geld weiter nach Tashkent fliegen zu müssen, um sich dann noch an die Turkmenische Grenze durchzuschlagen war für mich zu mindestens zu viel.

Der Magen fängt an zu knurren, der Geist spielt die seltsamsten Bilder ab und die ständige Sorge um das gesamte Hab und Gut für 2 Jahre was ich mit mir rumschleppte und nicht alleine lassen konnte, zogen mich immer weiter runter.

Klar hatte ich irgendwann eine SMS bekommen, das man sich kümmere, aber die Zeichen standen nicht gut, da alle sagten daß die Grenzbehörden hier strikt unabhängig arbeiten und sich jede Einmischung von außen verbitten.

Als ich abends im Hotel ankam erklärte mir der General Manager, dem ich meine „Freisetzung“ verdanke, das die Deutsche Botschaft und vor allem der dortige Kulturattaché persönlich für mich eingesetzt hat, da er Heidis Reise intensiv verfolgt.

D A N K E ! nochmal an alle. You made my day.

Da wechsle ich lieber im Wüstensand mit dem Multitool Hudos Getriebe als das nochmal erleben zu müssen.

Es zeigt aber auch wieder mal das die Welt in der wir uns hier bewegen Gefahren birgt, die weit von dem Erwartungshorizont entfernt lauern und mit denen wir uns ebenfalls arrangieren müssen um nicht vorzeitig zu scheitern.

Heidi kommt wie ich sehe gut voran und wird wie immer ihre eng gesetzten Zeitpläne einhalten. Und Hudo verspreche ich jetzt schon den GANZ GROSSEN Wellnessservice, wenn er Heidi bis zu mir nach Xhiva bringt, inkl. Öl Fett und Komplettwäsche.

Ein neuer Kilometerzähler ist schon in meinem Gepäck und dann können wir auch die spannende Frage beantworten was er denn nun wirklich verbracht.

Das war jetzt etwas kürzer als sonst, aber ich werde heute Abend wieder versuchen zu schreiben was in Baku so los ist.

Patrik out

From Teheran to hell and back to heaven

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Endlich wieder in Freiheit, das Terminal von Außen
Endlich wieder in Freiheit, das Terminal von Außen

Die letzten 30 Stunden waren WIRKLICH bemerkenswert und auch wenn sich das langsam abnutzen sollte komme ich mir vor wie in einem Traum (jetzt wieder ein guter….)

Gestern Nachmittag habe ich Hudo und Heidi in Teheran wieder alleine auf Reisen schicken müssen, hoffentlich zum letzten Mal.

Was war geschehen, nach dem Drama mit dem Iranvisum kam eine Stunde vor dem Abflug in Tiblisi ja die Horrornachricht, daß mein Turkmenistanvisum nicht ausgefertigt werden konnte. Die Reiseagentur hatte sich über 3 Wochen bemüht und ich war steht in dem Glauben das alles seinen Gang ging schließlich hatte man mir das so vor 2 Wochen gemailt.

Dazu muß man wissen, das Heidis Visa ja schon vor Monaten in die Spur gebracht wurden, meine aufgrund des Beifahrerwechsels ja erst nach dem 1. August. Diese ´Arbeit wurde mir abgenommen und ich hatte keinen Grund zu zweifeln, da meine anderen Visa ja pünktlich einen Tag vor meiner Abfahrt in meinem Pass waren nur ebend Iran und Turkmenistan nicht.

Normalerweise könnte man ja vielleicht um ein Land „herumfahren“ nur leider ist in diesem Falle nur der Weg durchs Kaspische Meer oder durch Afghanistan möglich beides keine Option den Hudo kann weder schwimmen noch ist er Kugelsicher…

Also trat nachdem wie berichtet der Turkmenische Botschafter in Teheran im Urlaub weilte Plan C in Kraft: Patrik fliegt zur Turkmenisch Usbekischen Grenze und steigt wieder ein. Heidi hat bis dort jeweils einen Guide und ist nicht alleine.

Kein guter Kompromiss, aber einer mit dem wir leben müssen, wollen wir zusammen weiter.

Warten ging nicht, da Heidis Visa für beide Länder in ein paar Tagen auslaufen.

Leider gab es von Teheran keine Flüge mehr nach Taschkent und weiter sondern nur noch über Moskau oder Baku.

Ok Baku war ich schon, hatte ein Visum bis zum 10. September (dachte ich…) also los. Teheran – Baku heute Mittag.

Mit etwas Hetze traf ich gerade noch pünktlich zu meinem Flug am Khomeini Airport ein und ab nach Baku. Dort sollte mich schon jemand erwarten um in das Hotel zu fahren, in dem Heidi vor 5 Tagen schon war und das von einem Deutschen geleitet wird.

Auf dem Flug saß ich neben einem Iraner, der es geschafft hatte nach 4! Jahren intensiven Bemühungen sein Land für immer verlassen zu dürfen und in Tennessee studieren wollte. Sein Name ist Hamid Bareseman und er hatte Tränen in den Augen als er Teheran zum letzten Mal in seinem Leben sah und Abschied nahm.

Das nahm mich ziemlich mit, was Menschen durchleben müssen, um das was wir tun nämlich frei zu Reisen überhaupt zu dürfen….

Außerdem erinnerte ich mich an den Vorabend, als ich feststellte, daß mein Hotel nur 50 Meter von der ehemaligen amerikanischen Botschaft entfernt liegt, die 1979 von Iranischen Studenten gestürmt wurde und fast alle Amerikaner über ein Jahr in Geiselhaft nahmen. Ein paar wenig entkamen abenteuerlich wie Ben Affleck in einem Oskar gekrönten Film vor knapp 2 Jahren gezeigt hat..

Ich versuchte auf das Gelände zu kommen, nachdem ich herausgefunden hatte, daß dort die politische Nachfolgeorganisation der Studenten eine Gedenkstädte für die Revolution gegen den Schah und die Gründung der Islamischen Republik Iran eingerichtet hatten.

Leider wurde ich auf den nächsten Tag vertröstet und außerdem wollten sie nur einen Haufen Geld für eine Führung, irgendwie schienen sich ihr ureigensten Ziele geändert zu haben, denn so viele Leute aus dem Kapitalistischen ungläubigen Westen werden sich wohl nicht für ihre Sache interessieren und Hamid erklärte mich für einigermaßen verrückt, daß ich überhaupt zu den echten jungen Hardliner und Extremisten gegangen war. Aber es interessierte mich ebend, da es das Erste und einzige war an das ich mich über Teheran von früher erinnerte.

Ok inzwischen waren wir in Baku und ich dachte mir noch 15 Minuten und du sitzt im Taxi zum Hotel…. WEIT gefehlt.

Mein eigentliches Visum war scheinbar Montagnacht als ich mein nicht durchgechecktes Gepäck neu einchecken mußte bei der Zwischenlandung hier „Verbrannt“ sprich verbraucht worden, obwohl es noch 2 Wochen zeitlich gültig war.

Erst zuckte ich mit den Schultern und meint Ok füllen wir ein neues aus, aber es kam RICHTIG dicke!

Eine Stunde später nahm man mir meinen Pass ab, geleitete mich in den Flughafen Transitbereich und hier saß ich nun ohne Geld (sollte ich im Hotel bekommen), Handykarte inzwischen leer und ohne Internetverbindung um jemanden benachrichtigen zu können, warum ich nicht erschienen war.

Mein Anschlussflug ging erst 54 STUNDEN später nach Taschkent und ich war komplett LOST!

Ich dachte nur an den Film Terminal mit Tom Hanks wo er nach einer wahren Geschichte Monate im Flughafen zugebracht hatte…

Was für ein Tag…. Per SMS erreichte ich Herrn Behrens vom Kempinski hier in Baku und der setzte alles in Bewegung !

Und nach 6 Stunden als ich von den Flughafenangestellten schon die ersten Essensspenden bekam, kam der erst so rüde Grenzer, der mich meines Passes beraubt hatte, grinste mich an und meinte nur „You have Visa now“

Seitdem ist alles etwas unscharf und glasig aber ich bin jetzt wieder im normalen Leben zurück und kann diese Zeilen schreiben, Ganz so wie jemand der nur eine Nacht ins Gefängnis mußte.

Was ich von Baku aus dem Taxi bisher gesehen habe ist übrigens ziemlich überwältigend, aber davon erzähle ich Morgen

Heidi ist inzwischen in Sabzewar angekommen und will wohl Morgen bis zur Turkmenischen Grenze durcheilen um etwas Zeit einzuholen.

Ich drücke alle Daumen das Beide durchhalten und Hudo keine weiteren Wewechen bekommt, denn in Turkmenistan könnte ich ihr selbst wenn ich wollte nicht helfen, da ich ja kein Visum habe.

Patrik out

Ein Mann verlässt sein Land für immer, viel Glück Hamid in Amerika
Ein Mann verlässt sein Land für immer, viel Glück Hamid in Amerika

Von Tiblisi über Baku nach Teheran und (ein bisschen) wieder zurück

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Guten Morgen alle Daheim gebliebenen, und ich hoffe ihr seid und nicht untreu geworden in der 3 tägigen Berichtspause.

Die Still hatte einen relativ einfachen Grund, ich war in Tiblisi um auf meine Iranvisaerteilung am Montag zu warten und Heidi hatte ein sehr straffes Fahrprogram zu absolvieren damit wir uns Dienstagfrüh am Flughafen Teheran wieder treffen konnten, aber jetzt zu den gewünschten Detail.

Nachdem ich Samstag und Sonntag als es mir wieder besser ging, die Zeit genutzt habe um Tiblisi kennen zu lernen, ging es Montag gleich früh um 9:00 (wieder mal) zur Iranischen Botschaft.

Leider war meine Info falsch und ich wartete dann eine Stunde auf die Botschaftseröffnung um 10:0 war dann aber auch der erste beim Botschafter Herrn Samani und reichte alle erforderlichen Papiere und Fotos zur Bearbeitung ein. Lediglich der Einzahlungsbeleg über 75 Euro bei der Bank für die Gebühren fehlte noch. Also schnell hin, Geld eingezahlt und mit dem Beleg zackig wieder zurück.

Er hatte ja gesagt das es knapp werde um bis 17:00 das Visum auszustellen…. Als ich gegen 11:00 wieder in dem Einlass Raum der Botschaft ankam war dort eine krasse Enge. Immer mehr Leute kamen und warteten. Ich wollte ja nur den Beleg abgeben, aber man wies mich dennoch an Geduld zu haben, mein Taxifahrer wartete und ich saß ein wenig wie auf Kohlen…..

Um es kurz zu machen man ließ mich -warum auch immer- 2 Stunden warten und erst ein Anruf bei der Assistentin des Botschafters vom Handy aus (sie saß ein Haus und 30 m weiter..) brachte Bewegung in die Sache.

Zurück zum Hotel, alle Sachen gepackt und nochmal die Emails gelesen… Und Da kam dann die Hiobsnachricht. Nach über 3 Wochen hatte die Turkmenische Botschaft aus unerfindlichen Gründen eine Visaausstellung abgelehnt!

Schock, ich war jetzt nur noch 1,5 Stunden von meinem ersehnten Iranvisum entfernt konnte aber nicht mit Heidi vom Iran nach Turkmenistan…..

Ok der Reihe nach, ich mußte los um rechtzeitig in der Iranischen Botschaft zu sein, bevor diese um 17:00 schloss und außerdem mußte ich auch zum Flughafen um über Baku nach Teheran zu fliegen… die Email- und Telefonketten die ausgelöst worden kann sich jeder ausmalen und das Ganze von der Straße und vom Taxi aus…

Am Flughafen und immer noch mit ungewisser Aussicht checkte ich mein Gepäck vorsichtshalber nur nach Baku ein um flexibel zu bleiben und kappte alle Kommunikationsleitungen beim Einsteigen in den Flieger.

Der Airbus war bis auf den allerletzten Platz besetzt und die Luft hatte ca. 50 Grad. Da es draußen 37 Grad hatte und die Klimaanlage noch nicht lief saßen wir in der Aluröhre gefangen und jeder versuchte dem anderen die letzten Luftmoleküle wegzuschnappen…

Neben mir saß ein netter Inder und wir versuchten uns durch Scherze über Indische Überlandtransporte per Bus und Bahn bei Laune zu halten.. Inzwischen war ich durch neue Infos zu der Entscheidung gekommen weiter zu Heidi nach Teheran zu fliegen um das Problem mit der Turkmenischen Botschaft dort zu klären, immerhin ist es dort ja das Nachbarland (dachte ich..)

In Baku mußte ich auschecken, durch den Zoll und in ein anderes Terminal, um wieder alles Retour inkl. Sicherheitscheck zu erledigen.

Nun war mein Gepäck, welches in Tiblisi nock OK war plötzlich zu schwer und ich sollte 50 Euro extra zahlen…

Willkommen in Aserbaijan (Heidi hatte ja schon von den EXTRA-Gebühren hier erzählt.) 1 Stunde Diskussion, wie denn ein Koffer bei derselben Airline auf demselben Flug von demselben Fluggast mal zu schwer und mal Ok sei halfen nix, zahlen oder hier bleiben….. also zahlen!

Es wurde knapp und der Sicherheitscheck wurde nochmal spannend, denn plötzlich waren Trockenbatterien und mein Zahnbürstenladegerät ein Problem…..????

Ok noch knapp den Flieger erwischt und beim Hinsetzen nochmal versucht ein WLAN zu erwischen um „kommunikado“ zu werden, da meine Handykarte durch das letzte Gespräch mit komplett leer war.

Plötzlich war ich online, Mails kamen rein und ich erstarrte –endlich im Flieger sitzend- „Flieg NICHT nach TEHERAN bleib in Baku“ stand da….

Wie sagt der Engländer „to little to late“ ein kurzes Skype Telefonat brachte zwar Licht ins Dunkle, aber keine Änderung, der Flieger wurde zurückgeschoben und es ging um 0:30 los nach Teheran.

In Teheran und ziemlich verunsichert erwarteten mich aber dann Heidi (ohne Hudo) ihr Guide und ein Auto – Verdammt war ich erleichtert- wir fuhren um 3:00 in der Nacht zur Familie von Hamide und er brachte uns ganz lieb dort unter, da schon alle Hotels geschlossen hatten oder voll waren.

Heidi, die den ganzen Tag und bis in die Nacht gefahren war und ich brauchten keine 5 Minuten und wir waren im Zimmer der Tochter (welches sie und extra geräumt hatte) eingeschlafen.

Am nächsten Morgen (Mittwoch) erwachten wir und wurden ganz liebenswürdig mit Frühstück umsorgt, bevor wir den nächsten Gang in die nächste Botschaft antraten, aber dazu Morgen mehr..

Patrik out

 

Heidi’s Audiobeitrag aus Aserbeidschan

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Das ist eine MP3  

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an der Grenze
an der Grenze

1. Abendreport

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Bridge of Peace „Always Ultra"
Bridge of Peace „Always Ultra“

Da ich ja nun hier als festsitzender Reporter in Tiblisi gestrandet bin,  habe ich etwas mehr Zeit und möchte kurz von meiner späten Tour durch die Altstadt berichten.

Ich habe also Heute den Tag über meinem Magen Tribut gezollt und mich in meinem kühlen schattigen Zimmer verkrochen, das 2 entscheidende Vorteile hat: 1. Ist es hier 22 Grad kühl dank Aircondition im Gegensatz zu den 35 Grad im Schatten draußen tagsüber. Und 2. Habe ich mein WC ganz für mich jederzeit! ;O)

Aber um 18:00 zog es mich doch aus, 2 Tage Tiblisi und nur Hotel Iranische Botschaft und einen „Wendy’s“ gesehen, das kann es nicht sein.

Also raus, links Schenk und dann der Nase lang Richtung Wasser (kann halt nicht über meinen Schatten..)

Ich fand einen tollen Park mit der Gondelbahn die mich Morgen nun endlich auf Berg am anderen Ufer bringen soll wo das Fort und der Botanische Garten liegen.

Dann über die „Bridge of Peace“ eine supermoderne Brücke mit eindrucksvollem LED Lichtspiel bei Nacht. Sie soll eigentlich an einen Wal oder Fisch erinnern, wird aber im Volksmund ob seiner geschwungenen Form „Always Ultra“ genannt (nach einem Frauenhygiene Artikel ;O) ) Scheinbar haben nicht nur die Berliner eine etwas lockere Art ihre Wahrzeichen zu benennen (so wie “ Waschtrommel“ für Angie’s Palace).

Beim Weg durch die kleinen Straßen der Altstadt rief mich Heidi an, sie hat unsere erste Reifenpanne und wollte wissen wo der Wagenheber ist den ich mitgebracht habe.

Also auch an der Hudofront erste Verschleißerscheinungen… Hätte er auch warten können bis das Team wieder vereint ist….

Das Wetter ist lau und die hereinbrechende Freitagnacht verspricht tolle Sommergefühle wie ich auch bei dem ersten Hochzeitszug an der Seilbahn im Park erkennen konnte.

Auf der Anderen Seite des Flusses werden im „Shangrila Casino“ die Petrodollars verzockt, aber ich ging zwar kurz zum Gucken rein, denn jetzt weiß ich wohin die wenigen Maybachs verkauft wurden…Aber das Reisegeld bleibt unangetastet, da mir die nötige Ruhe zum Spielen bei einem weiter grummelndem Magen fehlt……(Und vermutlich auch die nötige Kohle um mit den Jungs hier um den Pott zu spielen)

Auf dem Ku-Damm würde ich mit Georgiern und Aserbaijanern nicht mal um nen Euro beim Hütchenspielen wetten….

Heidi ist wieder in Bewegung, also nehme ich an dass sie den Reifenwechsel in typischer Rallyegeschwindigkeit hinter sich gebracht hat. TOITOITOI!

Patrik

Team HH trennt sich von P!

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…na ja zu mindestens kurzfristig… ;O)

Heidi ist gestern Abend mit Hudo in Richtung Aserbaijan aufgebrochen, ohne mich :O( .

Wie kam es dazu:

Wie bereits berichtet lag mein Visum für den Iran nicht -wie von der Reiseagentur angekündigt- in der Iranischen Botschaft bereit.

Als wir am Mittwochnachmittag pünktlich um 15:00 zur Nachmittagsschicht dort aufschlugen, begrüßte mich der Botschafter nach kurzer Wartezeit zwar freundlich mit Tee, die News waren aber weniger schön.

Er fragte nach meiner Visanummer -hatte ich parat- und murmelte dann etwas von Teheran, nachfragen und Morgen (Do.) um 10:00 wieder anrufen…

Großes Fragezeichen auf meinem Gesicht….warum greift nicht jemand zum Telefon und ruft in der Landeshauptstadt an?

Na ja wir wollen ja auch nicht gleich mürrisch werden, also Tee zu Ende getrunken und erfahren, das Do. Feiertag sei, Freitag (daher kommt das Wort!) FREI ist (in islamischen Ländern der Sonntag) und Sa. und Sonntag die Botschaft eh geschlossen ist.

Wuff! das mußte ich erst mal verdauen…

Also kein Visum vor MONTAG aber nur wenn meine Nummer auch gezogen –Verzeihung- in Teheran gefunden wird!

Kleine Entwarnung am Do. Morgen pünktlich um 10:05 (als guter Deutscher ist man ja pünktlich bei sowas), aber auch der Botschafter hatte an seinem Feiertag extra für mich gearbeitet! Meine Visanummer wurde gefunden, ich kann Montagmorgen kommen und den eigentlichen Visaerteilungsprozess durchlaufen..

Hmm, Heidi fand das allerdings weniger toll , denn ihre Visa für Usbekistan und Turkmenistan laufen am 2. Und 3. September ab und bis zur Ausreise aus Turkmenistan waren es nach unserem Plan noch 16 Reisetage und mit etwas Aufholjagt ev. jetzt gerade noch zu schaffen….

Also Aktion: Heidi warf sich in ihr längstes Kleid bedeckte die Arme mit einer Jacke, band sich das Kopftuch um und wir fuhren zum Botschafter (der ja eigentlich einen Feiertag hatte)…

Im Einlassraum der Iranischen Botschaft halfen aber auch diese Demutsgesten leider nichts, sie wurde trotz aller Überredungsversuche nicht zu ihm vorgelassen und der Status Quo blieb bestehen.

Was tun sprachs Zeus? Option A: wir versuchen in Baku (Aserbaijan) (In Tiflis gibt es von beiden Ländern keine Vertretungen) in der Usbekischen und Turkmenischen Botschaft ihre Visa zu verlängern um entsprechend das mögliche Zeitfenster zu vergrößern. Mit dem Risiko das es nicht klappt und wir dann erst einmal festsitzen. (Hat jemand Erfahrung mit Visaverlängerung in diesen Ländern??)

Option B: Ich bleibe hier bis Montag, bekomme hoffentlich noch an diesem Tag mein Visum und fliege Heidi nach Teheran hinterher, wohin sie vorausfährt…

Fand ich ehrlich gesagt gewagt Heidi alleine mit ihrem Temperament mit Hudo auf die Mullahs loszulassen… Die Diskussion wurde lange und heftig. Aber als Sie es unbedingt wollte und es sich herausstellte, daß ein Guide sie ab der Grenze des Iran begleitet stimmte ich schweren Herzens zu.

Wir besorgten mir ein Hotel und den Flug nach Teheran wo ich mit ASERBAJAN Airlines (und ich dachte Segelfliegen sei gefährlich!) über Baku am Dienstagmorgen um 1:25 Ortszeit aufschlagen soll…

Die Flugzeuspotter unter euch können ja nachschauen ob ich verloren gehe…, obwohl wenn es hart kommt habe ich ja meine Fluglizenz dabei und wenn die Triebwerke ausfallen darf ich den Vogel vielleicht sogar legal als Segler landen… (an meine Fluglehrer: War natürlich als Witz gemeint ;O) )

Am Nachmittag wurden dann auch die Auswirkungen meiner seit Tagen anhaltenden „Flüssikgeitsverluste und verkürzten Nahrungsverarbeitungszyklen“ wirksam und ich fühlte mich ziemlich schlapp und plünderte erst mal unser 1. Aid Kit nach „Magen-Darm-Beruhigern“. Und verholte mich in die Koje.

Heidi fuhr gegen 20:00 Uhr local schweren Herzens ab und stand dann aber laut Tracker wohl 50 Km weiter die Nacht über im Grenzstau.

Ich habe ihr gerade gesimst, dass wenn es zu arg ist, wir Option A in Betracht ziehen sollten, da ihr Fahrpensum stetig steigt und hier in Tiflis gibt es viel zu sehen während der Wartezeit.

Ich fühle mich nach dem Frühstück mit Bananen (von Heidi, DANKE!) und leichtem Brot wieder etwas besser und werde mal vorsichtig die Umgebung erkunden.

Patrik out+

20140821_112521_resized (Kopie)

Wer fährt, wer bleibt in Tiflis?

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Bernd Friese und Heidi Hetzer
Bernd Friese und Heidi Hetzer

Guten Morgen,

ich erwache hier im sonnendurchfluteten Tiflis (Tiblissi) wo wir Gestern angekommen sind und ev. länger bleiben, aber dazu später mehr…

Am Dienstag hatten wir uns Früh aufgemacht um Hudo zu einer Werkstatt zu bringen, die Heidi auf einer nächtlichen Erkundungsfahrt ausfindig gemacht hatte, nachdem ein Versuch ihn mit einer altersschwachen Hebebühne auf der benachbarten Tankstelle fehlschlug. Diese war wohl mehr für das Heben von Paletten konstruiert worden als für Autos.

Mehmet und sein Team unterstützten uns tatkräftig trotz der Kommunikation mit Händen und Füßen, der Durchbruch waren dann kleine Funktionszeichnungen die international verständlich sind unter Autoschraubern ;O)

Wir wechselten die abermals verdreckten Spritfilter aus und ich verbog mir die Finger beim Einbau des nach Istanbul mitgebrachten Ersatztachos. 3 Stunden später war es vollbracht und ich um eine Erfahrung weiter, nämlich das man hier keinen Drehmomentschlüssel benutzt, es war jedenfalls keiner aufzutreiben um unsere Radschrauben zu kontrollieren.

Schlussendlich bekam Hudo noch den Pelz gewaschen und stand wieder glänzend da.

Nach einem kurzen Abstecher zur Einkaufsgelegenheit gegenüber dem Hotel wo es schön kühl und trocken war und ich meine Schuhe- und Shortvorat ersatzbevoratete, ging es zur Türkisch –Georgischen Grenze 5km weiter.

Dort der Schock: Wir fuhren kurz am Kontrollpunk vorbei um nach links in eine 2km lange Schlange geschickt zu werden…..

Um uns rum munkelte man von ca. 6 Stunden Wartezeit! Aber Heidi wäre ja nicht Heidi wenn sie so etwas einfach hinnehmen würde, also ab zum Obergrenzer und ihm unser spezielles Anliegen erklärt.

Leider sind die Türkischen Grenzpolizisten nicht so leicht zu beeindrucken und so standen wir auch danach noch im sprichwörtlichen (und tatsächlichen Regen) alles wirkte plötzlich grau und unschön nach den tollen Tagen vorher.)

Dann wurde aber die Taktik geändert und ein weiter vorne stehender Busfahrer mit druckfrischen Dollars „überredet“ uns einfach vor zu lassen und siehe da es klappte und eine weitere Stunde später hatte ich zum ersten Mal auf dieser Reise das Land gewechselt!

Es war immer noch schwülstwarm und grau aber vor uns lag Georgien welches wir auch unverzüglich unter die Räder nahmen.

Im nahe gelegenen Batumi mitten im chaotischen Abendverkehr nach einer SIM Karte zur Herstellung unserer Kommunikationsbereitschaft Ausschau gehalten und in einem Miniladen für umgerechnet 2,50 Euro gekauft.

Etwas später bei Poti noch am Schwarzen Meer gönnten wir uns ein stärkendes Abendessen auf einer Dachterrasse eines Club mit Musikbeschallung und entschieden uns dann die Nacht durchzufahren um voranzukommen.

Gegen 1:30 Uhr wurden Beifahrer und Pilotin doch dann so müde, daß Hudo im halbdunkeln neben der Toilette an einer Tankstelle irgendwo in Ostgeorgien angehalten wurde um bis zum Sonnenaufgang zu schlafen.

Einsetzender sintflutartiger Regen unterstützte diese Entscheidung und wir machten das beste aus der Situation, allerdings kann ich für meinen Teil sagen war mein Renault Twingo bequemer, dort konnte man wenigstens die Sitz zu einer Liegefläche nach hinten klappen und hatte durch das Faltdach eine tolle Sternensicht…. Tja diese Franzosen!

Etwas gerädert ging es gegen 5:00 weiter durchs morgendliche Georgien. Und das war weniger schön!

Verlassene Industriebrachen, Ruinen und Straßen 2.-3. Ordnung sowie kleine runtergekommene Orte erinnerten an übelste Nachwendezeiten im Osten. Auch die Menschen hatten ihre Leichtigkeit verloren und ein Lachen zu finden brauchte schon viel Mühe.

Weiter nach Tiblissi über die Berge und Hudo genehmigte sich seinen üblichen großen Schluck aus der (Wasser-)Pulle.

Allerdings wurde die Landschaft jetzt satt und grün und ich kam mir vor wie in einem subtropischen Land Mittel-oder Südamerikas!

Die Stimmung stieg wieder und plötzlich wurde die Straße zur Autobahn und es ging mit großen Schritten voran.

Als Heidi mit einem mal einen bepackten Fahrradfahrer auf der Standspur radeln sah. Flugs wurde Hudo in die nächste Parkbucht gelotst und kurz danach kam Bernd Friese (der seinen Namen nach dem Rennfahrer Bernd Rosemeyer bekam!) auf dem Drahtesel vorbei und hielt an!

„Er fahre wie jedes Jahr seine ‚kleine Fahrradtour‘ durch fremde Länder… 500 km über die von uns verschmähten Passstraßen hatte er schon gemeistert und 1500 sollten es werden, allein und mit 76!.

Mir blieb die Spucke weg! „In seiner Familie sind alle Fahrradverrückt und seine Frau Ulrike sei im Rheinischen strampelnd unterwegs und auch sein Sohn ist passionierter Radler!“

Andere Rentner in Deutschland in seinem Alter zählen nur noch ihrer Wehwehchen oder buchen wenn sie sich “rüstig“ fühlen

All-Inclusiv Luxuskreuzfahrten nach Miami und er, zeigt selbst uns wie hart man wirklich sein kann, Chapeau Bernd, DU BIST DER MANN!!

In Tiblissi endlich angekommen, begaben wir uns zu unserer Reiseagentur um weiter zur Iranischen Botschaft zu fahren um mein Visum welches hier hinterlegt sein sollte abzuholen, wir dachten ein reiner Verwaltungsakt….. weit gefehlt, der Orient hat uns schon unbemerkt im Griff „Inschallah“ und nach einiger Wartezeit erklärte mir der Botschafter das wenn alles glatt gehen würde vor Montag keine Chance bestünde.

Dies würde unseren Zeitplan leider komplett killen und so laufen seit gestern die Telefone und Emailleitungen heiß, zumal es noch weitere Hürden in Türkmenistan und Uzbekistan mit Heidis Visaablaufdaten gibt.

…Stopp Press….. Der Iranische Botschafter teilt gerade mit daß mein Visumsantrag zwar gefunden wurde, es aber erst am Montag ausgestellt wird…… Heidi will nochmal zur Iranischen Botschaft und falls erfolglos alleine weiterfahren….

Patrik out

Von Erzurum ans Schwarze Meer

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Frühstück, kurz vor 8 Ortszeit
Heidi auf den Spuren von Frl.Stinnes…fehlen nur noch 185 weiter hartgekochte Eier.

…oder Traumstraßen zu finden ist harte Arbeit.

Als wir gestern in Erzurum losrollten hatten wir eigentlich nicht mit einer spektakulären Fahrt gerechnet.

Die Strecke war im Vergleich eher kurz (265 km) und führte durchs einsame Nordostanatolien zum Schwarzen Meer.

Da wir bereits am Vortag Pässe erklommen hatten die auf über 2000 Meter rauf gingen konnten uns die Berge auf dem Weg nicht in Unruhe bringen und es ging los.

Der erste Teil der Strecke wurde routiniert abgespult und am ersten Tankstopp Benzin und etwas Wasser nachgefüllt und ein kleiner Snack in der örtlichen „Brasserie“ war auch drin. Hudo machte mir auf den ersten Blick etwas Sorgen, da alle Kühlschläuche zusammengezogen waren, es entpuppte sich dann aber nur als leichter Unterdruck, verursacht durch unsere Modifikation des inneren Kühlerüberlaufs, der jetzt zu dicht schloss. Also etwas improvisiert und weiter.

Die wirklich gute Straße von Erzurum über Tortum und Artvin nach Hopa führte nun durch atemberaubende Bergkulissen und manchmal dachte wir wieder wenn so eingefühlter zwei oder Dreitausender vor uns auftauchte, „wie kommen wir denn da rüber?“ Aber die Straße schlängelte sich elegant zwischen den Bergabhängen hindurch.

Dann tauchte recht ein Flüsschen auf und ehe wir uns versahen wurde der zu Tortum Golü einem Türkis farbenen See von ca. 8 km Länge mit thermischem frischen Wind aus Süden, der die Berge hochwehte.

Die Bilder hatten wir ja gestern schon hochgeladen und euch an unserer Standsause teilhaben lassen.

Gerne wäre ich geschwommen aber A war es etwas steinig und B wollten wir weiter.

Danach kamen dann aber die erst WIRKLICHEN Bergkulissen und man hätte alle paar Kilometer anhalten müssen um so ein „one million Dollar Foto“ zu schießen. Wir haben es bei einer kleinen Auswahl belassen.

Wie uns schon an der Tankstelle angekündigt wurde kamen dann rd. 30 Kilometer mit Bauarbeiten, aber nicht etwas AUF unserer Straße, nein hier baute die türkische Regierung unter schwierigsten Bedingungen eine neue Autobahn DURCH die Berge. Nein eigentlich baut sie zwei, nämlich eine links vom Tal für die eine Richtung und eine rechts davon für die Andere.

Mit einem mal zogen Wolken von Norden auf und es wurde deutlich feuchter. Wir waren im Wettereinfluß des Schwarzen Meeres und vor meinem geistigen Auge sah ich mich bereits am Strand in die Fluten springen…

Zwei Pässe weiter wo uns übrigens die alleine herum trottenden Kühe begegneten sahen wir das Meer und die Küstenstraße während die Schwüle schon fast Urwaldmäßige Stärken erreichte (nur leider ohne Schatten…).

Die Hotelsuche war dann nochmal eine Herausforderung, da keines über ein schützendes Dach für Hudo verfügte und hier (scheinbar ob der Strandlage und Urlauber) quasi Einheitspreise von 100$ für das Zimmer aufgerufen werden. Teurer war’s bisher nirgends.

Immerhin haben wir eine Shopping Mall (hier Bazar genannt) wo es mich dann gestern noch hin verschlagen hat um eine Kleinigkeit zu essen. Manchmal merkt man einfach erst am energisch knurrenden Magen, daß die letzte Nahrungszufuhr schon 8 oder 9 Stunden her ist…

Grüße und Hoffentlich sind mir diesmal nicht zu viele Rechtschreibfehler unterlaufen (ja ich lese eure Kommentare jeden Tag in unserer „Presseschau“ im Auto Heidi vor.). Aber wenn ihr sie mir zu Weihnachten einwickelt und Schenkt packe ich sie in meine Galerie ;O)

Heidi, Hudo und Patrik, oder wie unser neuer Kurzname lautet HHP (double Äitsch Pi in“ Bild“ Lautsprache ;O))))))

GOOOOD MOOOORNING Erzurum!

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2014-08-18 07.35.54 (Kopie)
GOOOOD MOOOORNING Erzurum!

..oder nein, du sollst nicht singen Troubadix!

Letzte Nacht 3:15 ich war gerade so schön nach unserer bisher längsten Etappe (460 Km) eingeschlafen als ich plötzlich senkrecht im Bett stand.

Da unser Hotel keine Klimaanlage hat und auch nachts noch Temperaturen jenseits von 25 Grad im Zimmer hatte ich die Fenster weit offen . Und plötzlich fingen sie an zu singen. Erst einer und dann immer mehr!

Die Muezzine gaben ihr Montagmorgenkonzert und sangen nach 5 Minuten vielstimmig ihre Ode an den Propheten und Allah.

Das sorgte dann für eine leicht zweigeteilte Nachtruhe, auch wenn ich danach ob der anstrengenden „Sonntagsausfahrt“ mit Heidi und Hudo wider komatös im Schlaf versank bis mich die Morgensonne wachküsste.

Aber zurück zu Gestern:

Nachdem wir uns vorgenommen hatten, lieber vom frühen Nachmittag an in den kühleren Abend hin die Bergetappe in die größte Stadt der Osttürkei Erzurum zu starten, hatten wir noch etwas Zeit für die Dinge die man Sonntags sonst so macht: Bürokram, Hudo‘s Tachoproblem auf den Grund zu gehen, kurz zur „Raubtierfütterrung“ (Heidi sorg jetzt immer ganz toll dafür das ich regelmäßig esse um bei Laune zu bleiben ;O).
Und dann gingen wir nochmal in die alte ehemalige Kreuzritterkirche. Wo abends noch live gesungen wurde war jetzt eine bunte Ansammlung von Läden und das Cafe „Taj Mahal“
Nachdem wir die Platzfrage geklärt hatten, es sah erst nach strenger Geschlechtertrennung aus, kamen aus einer Dreiergruppe klassisch aber modisch gekleideter junger Frauen eine einzelne vorsichtig herüber nachdem wir kleinere Probleme mit dem Bestellen in der Landessprache hatten. Um es kurz zu machen es entwickelte sich ein ganz tolles Zusammensein mit Elif, Sema und nochmal Elif die hervorragend Englisch sprachen und mit allen modernen Kommunikationsformen wie Instagram, Facebook, Smartphones und dergleichen bestens vertraut waren und uns auch gleich auf Instagram folgten und liebe Bildergrüße sendeten als wir noch im Auto waren.

Dann fuhren wir los und spulten die ersten Kilometer problemlos bei mittlerweile 37 Grad ab.

Der Tacho hatte sich beruhigt (ich hatte ihm ein wenig Öl durch die 4mm Serviceöffnung verpasst), leider fing er 300 Km später mit einer 12 Ton Musik an uns zu unterhalten und stellte eine halbe Stunde später den Dienst ein.
Mitten auf der Etappe fand Heidi zur Linken einen schönen See der inmitten der Anatolischen Hügellandschaft lag und ein auf Stelzen gebautes Seerestaurant (wo einige Gäste versuchten ihr Mittagessen in Fischform selbst angelten) bot.

Also Heidi in bester Rallyemanier link turn 180 Grad über die Gegenfahrbahn und runter zum See, wobei der gute Hudo sich kräftig auf die Seite wie einst die Ente meiner Freundin am Ernst Reuter Platz…

Auch hier half uns wieder ein ganz liebe junge Frau die zu Besuch bei ihren Verwandten war mit den Sprachhürden, denn jetzt geht es langsam raus aus den Gebieten wo man mit Englisch problemlos weiterkommt.

Zum Abend hin kamen die Berge und wir passierten mehrere Pässe mit über 2000 Metern relativ problemlos und nur unser Zusatztank macht uns etwas Sorgen weil wir es noch nicht geschafft haben von den nominell 75 Litern mehr als 15-20 Litern zu verwenden. Hier gibt es noch reichlich Tankstellen, wenn auch wie Gestern mal eine wegen Benzinmangel oder Stromausfall durchs Raster fällt.

In Ercincan entschlossen wir uns, trotz der späten Tageszeit, noch weiter zu fahren und erreichten nach rd. 9 Stunden Ersurum in 2000 Metern Höhe gegen Mitternacht. Die Hotelsuche entpuppte sich als schwieriger als vermutet, da niemand Hudo ein Obdach (Garage) bieten konnte, aber letztendlich kamen wir unter und Hudo wurde vom Nachtportier persönlich bewacht.

Erzurum ist der größte Skiort der Türkei und liegt in Mitten einem Plateau von höheren Bergen wo die Skigebiete sind.

Leider wurde sie 1939 bei einem Erdbeben schwer zerstört, so das nicht viel Altes übrig ist, Aber Heidi hat eine schöne Moschee ausgemacht die wir noch besichtigen wollen bevor es nach Georgien weiter geht.

Patrik out

An die Techniker

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Trotz letzer Ölung heute morgen unterhält Hudo uns mit Schraddelmusik. Wir stellen diesen Sound zur Diskussion.

 

Übrigens, wir haben einen neuen Reiter in der Navigation – Fahrzeugtechnik. Hier treffen sich Technophile und helfen Patrik und Heidi mit ihren Tipps und Ideen.

Tacho

Ankara und Ankara nach Sivas

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Heidi an dem  originalen Brunnen in der 1000 Jahre alten Kreuzritterkirche
Heidi an dem  originalen Brunnen in der 1000 Jahre alten Kreuzritterkirche

Patrik schreibt:

Eigentlich wollte Heidi gleich Morgens weiter um schnell nach Osten die rund 450 Kilometer lange Etappe nach Sivas tief in Anatolien zu bewältigen.

Da wir am Freitag aber so gut wie nichts von der Türkischen Hauptstadt gesehen hatten gelang es mir noch ihr wenigsten einem Besuch auf dem Anitkabir Denkmal abzuringen.

Und das hat sich zu 1000%ig gelohnt. Die Details kann Wikipedia  besser als ich wiedergeben, aber das Gefühl auf diesem Platz über den Dächern Ankaras zu stehen ist schwer zu beschreiben, weil es so atemberaubend war.

Wir wurde (wieder mal..) von den Türkischen Gastgebern warmherzig mit Hudo empfangen und bekamen einen ganz tollen Reiseführer und Geschichtslehrer, der uns feinfühlig und umfassend in die Geschichte des Unabhängigkeitskrieges und Gründung der Republik durch Mustafa Kemal Atatürk einführte.

Unsere hochsprudelnden Fragen wurden mit einem nicht endenden Lächeln auf den Lippen in perfektem Englisch beantwortet und zusätzlich Informationen zu der Architektur und den Besonderheiten am Bau samt Anekdoten zum besten gegeben. Vielen Dank für die tolle Begleitung, obwohl wir etwas rüde waren und am Anfang (aufgrund unseres Zeitproblems) baten uns einen komprimierten Abriss in nur 15 Minuten zu geben. Es wurde dann doch eine Stunde, aber wer einmal dort war wird wissen das es eigentlich ein Tagesausflug ist der sich wirklich lohnt.

In dem Bewusstsein wirklich (sic) „am „Höhepunkt“ Ankaras gewesen zu sein begaben wir uns dann auch gegen Mittag direkt auf die Strecke und kamen gut voran. Allerdings spürten wir und Hudo jetzt die Hitze (ca. 35 Grad) mit voller Macht und pendelten unser Marschtempo auf rd. 75 Km/h ein.

Wir tauchten in die Karge aber schöne Anatolische Hochebene (rd. 1000m über NN) ein und Heidi musste mich immer wieder auffordern doch mehr raus zu gucken, wenn ich zu viel mit Technik und Elektronik zum Datenaustausch und Routing beschäftigt war.

Als der frühe Abend kam, wurden die Temperaturen ob der Höhe angenehmer als in den Vortagen und die Luft ist jetzt deutlich trockener (hier gibt es im Mittel nur einen Regentag im August).

Der Himmel war wolkenlos und als Segelflieger kam mir nur das Schlagwort „Gute Blauthermik“ und ausgedehnte Flüge über den endlosen Bergkämmen ins Gedächtnis…

Hudo’s Wasserdurst scheinen wir besänftigt zu haben, Und mit Timo Gottschalk‘s Tipps zu Vergaserjustierung liegen wir auch jetzt besser im Rennen-Danke dafür!

Unsere neue Tachowell funktioniert super und wir haben ihr auch gleich wie empfohlen genügend Fett verpasst…

Dummerweise kamen 120 Km vor Sivas seltsame quietschende Geräusche aus dem Armaturenbrett, die sich als Äußerungen der Kilometerzähler/Tacho (obwohl Tacho ja eigentlich den Drehzahlmesser bezeichnet) entpuppten.

So entschieden wir uns die Welle während der Fahrt wieder abzuschrauben um das Instrument nicht weiter zu beschädigen.

Wir haben ja Ersatz in der teuren „Übergepäcktasche“ mitgebracht –hallo Türkish Airlines-

In Sivas trudelten wir gegen 21:30 in (damit habe ich meine erste Ankunftsschätzwette mit Heidi gewonnen ;O)) und fanden direkt zu unserem Hotel, was wir eine Stunde vorher aus dem Auto heraus reserviert hatten.

Diesmal hatten wir noch Power und obwohl Heidi dem immer hungrigen(aus ihrer Sicht!) Beifahrer ein leckeres Mittagessen gegönnt hat(bei dem sie ebenfalls (inkl. Nachtisch) mit gefuttert hatte) musste noch etwas Essbares her.

Also per Pedes nach links in die nahe Innenstadt, am ersten Imbiss niedergelassen und einen tollen frischen Dürum Hühnchendöner im superleckerem Fladenbrot mit ganz frischem Gemüse verspleißt. Heidi kostete auch und der Daumen ging definitiv nach oben. Sie selbst frönte ihrer neuen Ayram (Joghurt) Lust mit 2 Bechern und strahlte über das ganze Gesicht weil so einfache Dinge einen auf dieser Reise glücklich machen können, für das ganze späte Abendessen haben wir inkl. der Getränke und dem herzlichen Lächel der Imbissbesitzer gerade mal 4 Lira ausgegeben (rd. Euro 1,70)

Danach noch ein Schokoeis (Heidis schwacher Punkt…) und plötzlich waren die Strapazen der Fahrt (rd. 9 Stunden) wie weggeblasen.

Also bummelten wir noch weiter und entdeckten eine Bar mit Livemusik und tranken mit Cem aus Bremen bei nettem Gespräch und türkischem Folk-Rock noch einen Absacker (Cola) bevor wir auf dem Heimweg durch Zufall eine christliche Kirche aus der Zeit der Kreuzritter ausfindig machten, die aber aufgrund des Zeitenwandels inzwischen komplett anders genutzt wurde und im Innenhof live gesungen und getanzt wurde.

Der originale Quellbrunnen stand noch auf dem 1000 Jahre alten originalen Steinboden und sprudelte frisches Wasser heraus.

Wir gingen entspannt und beschwingt ob des schönen Tagesausklangs zum Hotel und ich für meinen Teil bin ratzfatz eingeschlummert.

Patrik out.